Gegen Prügel-Polizist lief bereits ein Strafverfahren

Schärli wusste nichts davon, Hensler vermutlich schon

<p>Die Luzerner Justizdirektorin Yvonne Schärli wusste nichts vom laufenden Strafverfahren, wie sie auf Anfrage von Radio Pilatus sagte.</p>

In der Luzerner Polizeiaffäre kommen noch weitere Details ans Licht. Gegen den Polizisten, der jüngst auf einen wehrlosen Dieb eingetreten hatte, lief bereits ein Strafverfahren.

Mitte Woche hat die "Rundschau" ein Video gezeigt in welchem ein Elitepolizist zu sehen war, welcher einem wehrlos auf dem Boden liegenden Dieb mehrmals und mit gezückter Waffe in den Kopf trat. Auf Anfrage des "Tagesanzeigers" hat die Staatsanwaltschaft nun gesagt, dass gegen diesen Polizisten seit 2012 ein Strafverfahren laufe. Dies wegen Körperverletzung, Amtsmissbrauch, Drohung, Beschimpfung und Nötigung. Es handle sich um einen Vorfall bei einer Festnahme im März 2012. Trotz des laufenden Strafverfahrens ist der Polizist im Dienst geblieben.

In der „Rundschau“ sprach der Luzerner Polizeikommandant Hensler von einem Einzelfall, als er auf das gewaltsame Vorgehen des Polizisten angesprochen wurde. Wie die Luzerner Justizdirektorin Yvonne Schärli gegenüber Radio Pilatus gesagt hat, wird ein Polizeikommandant zu Beginn und am Ende eines Strafverfahrens in Kenntnis gesetzt. Also müsste Beat Hensler davon gewusst haben. Das werde nun aber alles im Laufe der Abklärungen durch alt-Oberrichter Jürg Sollberger untersucht. Schärli selber wusste von diesem heute bekannt gewordenen Strafverfahren gegen den Polizisten nichts, wie sie im Interview mit Radio Pilatus sagte.

Audiofiles

  1. Interview mit Yvonne Schärli. Audio: Lukas Keusch

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