"Im Kanton Zug gibt es keinen Fall Carlos"

Der teuerste Fall im Jugendstrafvollzug kostet aber dennoch 25'000 Franken pro Monat

<p>Im Kanton Zug gibt es im Strafvollzug derzeit neun Fälle, die monatlich mehr als 15‘000 Franken kosten. </p>

Im Kanton Zug gibt es im Strafvollzug derzeit neun Fälle, die monatlich mehr als 15‘000 Franken kosten. Dies schreiben die Zuger Regierung und das Obergericht in einer Antwort auf einen Vorstoss aus dem Kantonsparlament. Vier dieser insgesamt neun Fälle sind demnach im Erwachsenenvollzug, fünf im Jugendstrafvollzug.

Eingereicht worden war der Vorstoss von Seiten der SVP. Dies nachdem der Fall „Carlos“ im Kanton Zürich bekannt wurde. Carlos ist einer von 130 im Kanton Zürich inhaftierten jugend­lichen Straftätern. Er war ins Rampenlicht geraten, nachdem das Schweizer Fernsehen gezeigt hatte, wie er in einer Privatwohnung lebt und von einer vielschichtigen Betreuung profitieren konnte. Die staatlichen Kosten pro Monat lagen bei rund 29‘000 Franken.

Ein Sonderfall Carlos gebe es im Kanton Zug nicht, heisst es in der Antwort. Die schwierigen und gefährlichen Jugendlichen in Zug seien entweder in geschlossenen Institutionen oder im Gefängnis. Der teuerste Fall im Jugendstrafvollzug sei ein Jugendlicher, der in einer sogenannten Beobachtungsstation untergebracht ist, weil eine Strafuntersuchung läuft. Die Kosten belaufen sich auf rund 25‘000 Franken pro Monat.

Der teuerste Fall bei den Erwachsenen sei eine Person, die sich in einem stationären therapeutischen Massnahmenvollzug befindet. Die Kosten belaufen sich dort laut Regierung auf fast 21‘000 Franken pro Monat. Generell sei festzuhalten, dass je höher die Sicherheitsstufe angelegt wird, desto teurer der Vollzug sei, heisst es in der Antwort von Regierung und Obergericht weiter.

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