Flüchtlingsdrama vor Lampedusa: Opferzahl steigt immer weiter

Mindestens 133 Personen ertrunken, darunter Frauen und Kinder

<p>Flüchtlingsboot vor Lampedusa, 2004.</p>

Vor der italienischen Insel Lampedusa sind gestern mindestens 133 Flüchtlinge aus Afrika ertrunken. Darunter auch Kinder und schwangere Frauen. Die Zahl der Opfer dürfte aber noch weiter steigen. Über 200 Menschen werden noch vermisst. 150 Flüchtlinge haben überlebt. Die Suche nach Überlebenden werde fortgesetzt, grosse Hoffnung gebe es aber nicht mehr, sagte ein Sprecher der Küstenwache.

Feuer auf dem Boot löste Panik aus
Die Flüchtlinge kamen überwiegend aus Eritrea und Somalia und waren von Libyen Richtung Lampedusa aufgebrochen. Rund 1000 Meter vor der Küste von Lampedusa sei der Motor ausgefallen. In ihrer Not hatten die Bootsflüchtlinge Decken angezündet, um auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam zu machen, sagte die Bürgermeisterin von Lampedusa unter Berufung auf Schilderungen der Flüchtlinge. Doch dann entzündete sich Treibstoff, das Feuer breitete sich aus und das Schiff ging unter.

Immer wieder kommt es zu Flüchtlingsdramen
Wegen des guten Wetters versuchen zur Zeit besonders viele Menschen aus Afrika, in kaum seetauglichen Booten Europa zu erreichen. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn in Italien mehr als 22'000 Bootsflüchtlinge gezählt - drei mal mehr als im gesamten Jahr 2012. Erst am Montag waren 13 Einwanderer aus Ägypten ertrunken, als ihr Schiff vor der Küste Siziliens unterging. Im August waren ebenfalls vor der Küste Siziliens sechs junge Ägypter ums Leben gekommen.

Audiofiles

  1. Flüchtlingsdrama vor Lampedusa mit über 130 Toten. Audio: Matthias Oetterli

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