Mutmasslicher Menschenhandel in Luzern

Bordellbesitzerin wehrt sich gegen schwere Vorwürfe

Vor dem Luzerner Kriminalgericht wurde gestern ein Fall von mutmasslichem Menschenhandel verhandelt. Angeklagt ist eine Bordellbesitzerin aus der Stadt Luzern. Es geht um zwei junge Prostituierte aus Ungarn, welche im Bordell mehrere Monate lang gearbeitet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der 45-jährigen Bordellbesitzerin aus Ungarn vor, sie habe die Frauen dazu gezwungen, sich zu prostituieren – mit Druck und Gewalt. Die Frauen hätten nur mit Begleitung das Haus verlassen dürfen. Die Bordellbesitzerin habe ihnen auch fast alle Einnahmen weggenommen.

Ungarische Zuhälter seien die wahren Täter

Die Verteidigerin der Bordellbesitzerin bestreitet, dass die Frauen festgehalten worden sind. Sie seien nie eingeschlossen gewesen. Druck und Gewalt hätte nicht die Bordellbesitzerin ausgeübt, sondern die Zuhälter der Prostituierten aus Ungarn.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. Die Hälfte davon müsse die Beschuldigte absitzen. Die Verteidigerin fordert bloss eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung.

Audiofiles

  1. Mutmasslicher Menschenhandel in Luzern. Audio: Raphael Reichen

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