Grippemittel Tamiflu soll kaum etwas nützen

Pharmakonzern Roche widerspricht Expertenstudie

Das Grippemedikament Tamiflu wirkt nicht so, wie bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine Expertengruppe in einer Studie. Die Forscher fanden keinen Hinweis darauf, dass das Medikament die Zahl von Spitaleinweisungen, von ernsthaften Komplikationen wie Lungenentzündungen oder die Mensch-zu-Mensch-Übertragung reduziert.

Dafür fand die Studie einen deutlichen Anstieg von Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen sowie ein erhöhtes Risiko für psychische Probleme, Nierenprobleme und Kopfschmerzen. Diese Risiken seien nur unvollständig mitgeteilt worden.

Herstellerfirma Roche widerspricht

In einer Stellungnahme widerspricht die Herstellerfirma Roche den Vorwürfen entschieden. Roche hatte die Daten der eigenen Studien bisher zurückgehalten. Erstmals konnte nun eine aussenstehende Expertengruppe diese Daten analysieren konnte.

Das Grippemittel Tamiflu war wegen der Vogel- und der Schwein-Grippe in den vergangenen Jahren ein Verkaufsschlager. Der Pharma-Konzern Roche machte damit Milliarden-Umsätze.

Audiofiles

  1. Tamiflu - nicht mehr als Placebo?. Audio: Urs Schlatter

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