Mitarbeiter der Stanserhorn Bahn hätte tödliches Lawinenunglück verhindern können

Obergericht Nidwalden spricht ihn wegen fahrlässiger Tötung schuldig

<p>Ein Lawinenniedergang am Stanserhorn forderte im Februar 2012 ein Todesopfer.</p>

Ein Mitarbeiter der Stanserhorn Bahn hätte den Lawinentod eines Baggerführers verhindern können. Das Obergericht Nidwalden hat ihn wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Ein ebenfalls angeklagter Forstwart wurde freigesprochen.

Das Kantonsgericht hatte im September 2013 die beiden Beschuldigten freigesprochen. Der Staatsanwalt zog das Urteil an das Obergericht weiter und erhielt nun teilweise Recht. Das Obergericht kam zum Schluss, dass der Sicherheitsverantwortliche der Stanserhorn Bahn sich pflichtwidrig verhalten habe. Seine Kommunikation zur Lawinengefahr per E-Mail am späten Vorabend sei ungenügend gewesen. Der Sicherheitsverantwortliche habe nicht sichergestellt, dass die mit den Bauarbeiten an der Bahn beschäftigten Personen rechtzeitig von der nicht signalisierten Sperrung der Forststrasse erfahren würden. Das Unglück wäre ohne diese pflichtwidrige Unterlassung vermeidbar gewesen, schreibt das Gericht. Das Obergericht sprach den Sicherheitsverantwortlichen deshalb der fahrlässigen Tötung schuldig. Es verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von rund 24'000 Franken.

Das Lawinenunglück geschah am 24. Februar 2012 am Stanserhorn. Der 33-jährige Baggerführer war dort mit zwei anderen Arbeitern daran, eine Zufahrtsstrasse zu einem Masten der neuen Cabrio-Bahn aufs Stanserhorn von einer Lawine vom Vortag zu räumen. Zwei Lawinenbeobachter überwachten den Hang. Um 10.20 Uhr löste sich am selben Ort wie am Vortag erneut eine Lawine. Der Baggerführer versuchte, sich in Sicherheit zu bringen, er wurde aber von der Lawine erfasst und verschüttet.

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