Proteste gegen WM in Brasilien

28 Tage vor der WM kommt es zu Demonstrationen in Brasilien

In weniger als einem Monat beginnt die Fussball Weltmeisterschaft in Brasilien. Ein internationales Volksfest soll es werden. Von der Vorfreude auf ein Volksfest ist in Brasilien momentan aber noch nichts zu spüren.

Gestern Abend kam es in diversen Städten, in denen WM-Spiele ausgetragen werden, zu heftigen Protesten. Landesweit gingen nach Polizeiangaben rund 10‘000 Menschen auf die Strasse. Zu den schlimmsten gewalttätigen Auseinandersetzungen kam es in der Stadt São Paulo. Diese ist zugleich der Austragungsort des Eröffnungsspiels der WM am 12. Juni. Gastgeber Brasilien eröffnet gegen Kroatien.

Die maskierten Demonstranten in São Paulo warfen Gegenstände auf die Polizisten und zündeten Müll auf der Strasse an. Die Polizei setzte Tränengas ein. Mehr als 20 Menschen wurden festgenommen, da sie laut Polizei unter anderem Molotow-Cocktails bei sich trugen.

"Die Regierung investiert in Prestigeprojekte, statt in Bildung und in das Gesundheitssystem"

Seit dem vergangenen Sommer kommt es in Brasilien immer wieder zu Protesten. Die Demonstranten kritisieren die hohen Kosten für die Fussball-WM und die Olympischen Spiele 2016. Die Regierung investiert in Prestigeprojekte, statt in günstige Wohnungen, Bildung und das Gesundheitssystem, so die Demonstranten.

Die meisten Proteste verliefen friedlich. Der grösste Protest fand im vergangenen Sommer statt. Die Gewerkschaften mobilisierten rund 100‘000 Menschen zu Protesten.

Audiofiles

  1. Ist Brasilien bereit für die WM in vier Wochen?. Audio: Lukas Keusch

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