Sammelaktion für Hochwasseropfer auf Balkan

Das Jahrhunderthochwasser hat bereits 45 Tote gefordert

Nach den verheerenden Überschwemmungen in Serbien und Bosnien haben sich die Wasserpegel einigermassen stabilisiert. Dort wo das Wasser langsam wieder abfliesst, offenbart sich ein Bild der Zerstörung. Zahlreiche Strassen wurden zerstört. Häuser, Autos und Hausrat wurden weggeschwemmt. Viele Dörfer sind nach wie vor nicht über Strassen erreichbar und müssen notversorgt werden. "Es sieht aus wie nach einem Krieg. Alles ist zerstört", sagte Sevala Bronja gegenüber Radio Pilatus. Die gebürtige Krienserin hat Verwandte in Bosnien. Die Wassermassen haben ihr Heimatdorf Zeljezno Polje verwüstet. 3000 Menschen mussten evakuiert werden. Im unten angehängten Audiobeitrag gibt es weitere Informationen dazu.

"Es sieht aus wie nach einem Krieg."

Mittlerweile ist die Zahl der Toten bei den Überschwemmungen auf 45 angestiegen. Wegen des Hochwassers sind in der bosnischen Region Bijeljina die Deiche der Save gebrochen. Flüchtlinge, deren Häuser überschwemmt wurden, berichteten von einem drei Meter hohen Wasserpegel. "Einige Dörfer erkennt man nicht wieder. Es ist, als hätten einige gar nie existiert", berichtet Sevala Bronja weiter. Sie sammelt nun Geld für ihre Bekannten und Verwandten. Ende Woche will sie selber nach Bosnien reisen.

"Man erkennt die Dörfer nicht wieder. Es ist als hätten einige gar nie existiert."

Zehntausende Menschen in Bosnien und Serbien mussten ihre Häuser verlassen. 100 000 Haushalte waren ohne Strom. Es waren die heftigsten Regenfälle in den betroffenen Regionen seit mehr als 120 Jahren.

Unwetter in Bosnien und Serbien: Die Überschwemmungen hinterlassen Zerstörung und Verzweiflung. Unwetter in Bosnien und Serbien: Die Überschwemmungen hinterlassen Zerstörung und Verzweiflung. Das Unwetter auf dem Balkan forderte bereits zahlreiche Todesopfer Unwetter in Bosnien und Serbien: Die Überschwemmungen hinterlassen Zerstörung und Verzweiflung.

Obwohl sich die Lage allmählich wieder beruhigt oder zumindest nicht verschlimmert, steigt nun die Gefahr von Erdrutschen und Schlammlawinen. Weil viele Menschen ihre Häuser nicht verlassen wollten und sich geweigert hatten, evakuiert zu werden, sind diese weiterhin bedroht. Sevala Bronja versteht, dass sich gewisse Menschen weigern das Haus zu verlassen. "Die Angst vor Plünderungen ist gross."

"Leute mussten teilweise aus ihren Häusern gezerrt werden."

Derweilen hat die Glückskette ihr Spendenkonto „Überschwemmungen Europa“ reaktiviert. Die Glückskette nimmt Spenden online und auf dem Postkonto 10-15000-6 entgegen.
Zur Spendenaktion der Glückskette geht es hier.

Audiofiles

  1. Gespräch mit Sevala Bronja über Überschwemmungen in Bosnien. Audio: Roman Gibel

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