Der Nationalrat will kein Ersatzteillager für kranke Geschwister

Nach einer emotionalen Debatte stellt sich der Nationalrat gegen die so genannten "Retterbabys"

Der 6-jährige Beni hat Leukämie. Es geht ihm schlecht. Seine einzige Hoffnung ist eine Knochenmarktransplantation oder eine Blutstammzellenspende. Jedoch sind weder seine Eltern noch andere Verwandte kompatibel für die Spende. Die Chance, dass Beni ein Geschwister erhält, welches passen würde, liegt bei einem Viertel. Mit der Präimplantationsdiagnostik könnte ein passendes Geschwister schon im Reagenzglas ausgewählt werden.

Die Befürworter argumentierten, dass diese Präimplantationsdiagnostik im Ausland vielerorts erlaubt sei. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen:

„Wenn wir schon das beste medizinische Personal haben, dann nutzen wir doch diese Qualität.“

Für die Gegner haben die Unsicherheiten jedoch überwogen. CVP-Nationalrat Christian Lohr:

„Das zweite Kind würde nicht um seinetwillen, sondern für ein anderes Kind gezeugt.“

Dies könne psychologische Folgen haben, welche nicht abzuschätzen seien.

Der Nationalrat war schlussendlich der Meinung, dass das was möglich ist, nicht immer das Beste ist. Er hat sich gegen diese „Retterbabys“ ausgesprochen. Der Nationalrat folgt damit dem Bundesrat und dem Ständerat.

Audiofiles

  1. Der Nationalrat will keine "Retterbabys". Audio: Franziska Boser

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