26-jähriger Obwaldner wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Obwaldner Kantonsgericht erhöht das Strafmass

Das Obwaldner Kantonsgericht hat einen 26-jährigen Schweizer wegen fahrlässiger Tötung zu einer unbedingten Geldstrafe von 200 Tagessätzen verurteilt. Das entspricht bei ihm einer Summe von 10'000 Franken. Der Beschuldigte kollidierte in betrunkenem Zustand im April 2013 auf der Autostrasse A8 von Luzern Richtung Sachseln auf der Höhe Kägiswil mit einem stehenden Personenwagen. Der Fahrer des stehenden Personenwagens kam dabei ums Leben. 

 

Beschuldigter war Jugendparteipräsident

Beim Beschuldigten handelt es sich um den damaligen Präsidenten einer Obwaldner Jungpartei. Er war um 03.30 Uhr von Luzern unterwegs nach Sachseln. Zuvor war er in der Stadt Luzern mit Kollegen im Ausgang und trank zwölf bis vierzehn Bier. Während des Unfalls hatte er einen Alkoholgehalt von 1,45% im Blut. Es war nicht das erste Mal, dass er mit Alkohl am Steuer fuhr. Bereits 2010 wurde ihm wegen Trunkenheit am Steuer der Führerausweis für vier Monate entzogen.

 

Verkettung unglücklicher Zufälle

Die Staatsanwaltschaft, wie auch die Verteidigung sprachen vor Gericht von einer Verkettung unglücklicher Zufälle. Der Verstorbene hatte vor dem Aufprall mit dem Fahrzeug des Beschuldigten bereits einen Selbstunfall verursacht. Dabei kollidierte er frontal mit einer Verkehrstafel und blieb auf dem Pannenstreifen stehen. Kurz darauf kam ein Lieferwagen angefahren, welcher stoppte und die Warnblinker einschaltete. Doch bevor der Lenker des Lieferwagens aussteigen konnte und dem Verunfallten helfen konnte, kam das Auto des beschuldigten 26-jährigen Schweizer herangefahren. Dieser sah den blinkenden Lieferwagen aber zu spät und wich rechts auf den Pannenstreiffen aus. Dort prallte er fast ungebremst in das bereits verunfallte Auto. Dabei wurde das stehende Auto nach hinten geschleudert und erschlug den dahinterstehenden 43-jährige Berner Lenker.

 

Straffmass erhöht

Wegen dem hohen Alkoholgehalt im Blut und der Wiederholungstat (Fahren in fahrunfähigem Zustand und Nicht-Beherrschen des Fahrzeuges) verurteilte das Obwaldner Kantonsgericht den Beschuldigten zu einer unbedingten Geldstraffe von 200 Tagessätzen zu 50.-- Franken. Das Urteil des Kantonsgerichts Obwalden ist noch nicht rechtskräftig, es kann an das Obergericht weitergezogen werden.

Audiofiles

  1. Obwaldner Kantonsgericht verurteilt 26-jährigen Schweizer. Audio: Lukas Keusch

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