Luzerner Polizei: neue Struktur bei Sondereinsätzen

Umstrukturierung soll Gewaltbereitschaft der Sondereinheit vermindern

Polizeistreife im Einsatz (Symbolbild)

Der Interventionsdienst der Luzerner Polizei wird auf 2015 reorganisiert. Die Truppe wird verkleinert und leistet künftig weniger Patrouillendienste. Neu tritt sie unter dem Namen Fachdienst Sondereinsätze statt Ständiger Präsenz- und Interventionsdienst (SPID) auf.

Aktuelle Bedürfnisse berücksichtigen

Die Reorganisation hat das Ziel, den heutigen SPID den aktuellen Bedürfnissen anzupassen. Sie hat aber auch einen politischen Hintergrund, nämlich die Affäre um gewalttätige Polizisten von 2013. Das Justiz- und Sicherheitsdepartement hatte vor einem Jahr die Überprüfung des Fachdienstes in Auftrag gegeben. Mitgliedern des SPID sei vorgeworfen worden, zu grob vorzugehen, sagte Polizeikommandant Adi Achermann auf Anfrage. Achermann war damals noch nicht bei der Polizei tätig gewesen.

Weniger Personal

Der neue Fachdienst Sondereinsätze wird nur noch aus 31 Polizisten bestehen. Sieben Stellen werden in andere Polizeiabteilungen umgeteilt. Diese Polizisten sollen dort vor allem an der Front zum Einsatz kommen. Dem Fachdienst gehören weiterhin Spezialisten an. Es handelt sich um Mitglieder der auf schwierige Interventionen spezialisierten Sondergruppe Luchs, um Scharfschützen der Sondergruppe Habicht sowie um Hundeführer.

Mehr Routine

Dank der Verkleinerung kommen die einzelnen Mitglieder zu mehr Sondereinsätzen und können somit auch mehr Routine gewinnen, wie Achermann sagte. Durch die Konzentration auf die wichtigsten Aufgaben bleibe die Effizienz des Fachdienstes erhalten, heisst es in der Mitteilung. Die Reorganisation des SPID ist nur eine von verschiedenen Massnahmen, die im Zuge der Polizeikrise eingeleitet worden war. So wurden auch der Kommandant ausgewechselt und die Führung der Polizei neu strukturiert. Neu geregelt wurde ferner, wie bei Dienstpflichtverletzungen umgegangen werden muss.

Audiofiles

  1. Luzerner Polizei reorganisiert Einheit für Sondereinsätze. Audio: Lukas Keusch

Kommentieren

comments powered by Disqus