Querschnittgelähmt: Roboter-Skelett soll irgendwann Rollstuhl ablösen

Im Paraplegiker-Zentrum Nottwil lernen Querschnittgelähmte mit einem Aussenskelett wieder laufen

Das Aussenskelett ist 25 Kilogramm schwer. Durch Gleichgewichtsverlagerung können die Patienten Schritte machen.

Ekso-Skelett heisst der Gehroboter, mit dem Querschnittgelähmte im Paraplegiker-Zentrum Nottwil wieder laufen lernen. Es ist ein Gestell, das den ganzen Körper umrankt und stabilisiert. Es ist 25 Kilogramm schwer und aus Karbonfasern gefertigt. Die Patientin oder der Patient kann dann durch Gewichtsverlagerung Schritte auslösen. Das Skelett wird durch einen Elektromotor angetrieben.

Das Skelett ersetzt den Rollstuhl (noch) nicht

„Die Technik des Ekso-Skeletts ist zwar gut. Aber eine Alltagstauglichkeit ist noch nicht gegeben“, erklärt die Therapie-Instruktorin des Paraplegiker-Zentrums Ines Bersch-Porada. Meist sind die Patienten noch auf zwei Krücken angewiesen. Zudem sind die Schritte des Roboterskeletts sehr langsam und für die Patienten sehr anstrengend. „Das ist eine hohe Anforderung an das Gleichgewicht und an die Koordination der Querschnittsgelähmten, um überhaupt mit dem Skelett gehen zu können“, betont Ines Bersch-Porada.

Auswirkung auf ganzen Körper

Im Paraplegiker-Zentrum Nottwil wird das Ekso-Skelett nicht nur als Alternative zum Rollstuhl angeschaut. Es wird auch untersucht, ob das Gehen mit dem Aussenskelett bei den Querschnittgelähmten zu einer besseren Körperspannung führt und wie es sich auf das Kreislauf- und das Darm-Blasensystem auswirkt.

Visionen der Technik

Das Ekso-Skelett soll in der Zukunft leichter werden. Es sollen damit schnellere Schritt möglich sein und die Muskeln sollen beim Gehen stimuliert werden. „Ich hoffe, dass wir in den nächsten 10 bis 20 Jahren diese Entwicklung in der Technik machen können“, sagt die Therapie-Instruktorin des Paraplegiker-Zentrums Ines Bersch-Porada.

Audiofiles

  1. Paraplegikerzentrum Nottwil testet Roboterskelett.. Audio: Tise Oetterli

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