Vernetzt: Wer am Abend vor dem Tablet sitzt, schläft schlechter

Das blaue Licht hält uns länger wach

Tablets haben wie Smartphones und Fernseher einen hohen Anteil an blauem Licht. Dieses Licht hindert den Körper daran, genügend Schlafhormone auszuschütten. Wir werden später müde und schlafen schlechter.

In einer Studie haben Forscher um Anne-Marie Chang von der Harvard Medical School in Boston herausgefunden, wie sich exzessives Lesen auf Tablets und Smartphones auf unseren Schlafrhythmus auswirkt. Bei täglich 4 Stunden Lesezeit auf dem Tablet schalte die innere Uhr nach einer Woche rund 1.5 Stunden verzögert in den Ruhemodus. Für die Studie liessen sie zwölf junge Frauen und Männer vor dem Schlafen unter kontrollierten Bedingungen E-Books auf dem Tablet und gedruckte Bücher lesen. Die Messungen zeigten, dass die Probanden nach dem Lesen auf dem iPad ca. zehn Minuten später einschliefen als nach dem Lesen eines gedruckten Buches. Auch waren die Traumphasen (REM-Phasen) um fast zwölf Minuten verkürzt. Die Probanden fühlten sich am Morgen dazu auch noch matter und weniger erholt als diejenigen, welche herkömmliche Bücher gelesen hatten.

Die Forscher konnten nachweisen, dass die Probanden, welche mit dem iPad gelesen hatten, viel weniger des Schlafhormons Melatonin ausschütten, als jene, welche die herkömmlichen Bücher gelesen hatten. Am fünften Abend des iPad-Lesens war der Schlaf-Wach-Rhythmus um 1.5 Stunden nach hinten verschoben. Eine verringerte Melatoninproduktion erhöht laut von der Weltgesundheitsorganisation WHO anerkannten Studien das Risiko für Krebserkrankungen des Darms, der Brust und der Prostata. Selbstbeleuchtete E-Book Reader mit einem Ink-Display wurden für die Studie nicht analysiert.

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  1. Vernetzt: Wenn uns Tablets & Co den Schlaf rauben.. Audio: Boris Macek

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