Familiendrama von Flaach war nicht absehbar

Aber: Man habe die Gefährdung wohl unterschätzt

Nach dem zweifachen Tötungsdelikt an zwei Kindern in Flaach im Kanton Zürich nimmt die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB Stellung. Man habe keinerlei Hinweise auf eine akute Gefährdung der Kinder durch ihre Mutter gehabt, schreibt die KESB in einer Mitteilung.

Am Abend des 1. Januars waren ein fünfjähriger Knabe und seine zweijährige Schwester getötet worden. Unter dringendem Tatverdacht wurde die Mutter der Kinder verhaftet. 

Bereits früher mehrere Gefährdungsmeldungen
Bei der KESB waren bereits früher mehrere Gefährdungsmeldungen eingegangen, wie die Behörde in der Stellungnahme schreibt. Deshalb sei ein Abklärungsverfahren eingeleitet worden und für die Dauer dieser Abklärungen habe man eine vorsorgliche Massnahme angeordnet und die Kinder vorübergehend fremd platziert. Man habe während der Abklärungszeit den regelmässigen Aufenthalt der Kinder bei den Angehörigen gewährt, so auch während der Feiertage. Es habe keine Hinweise auf eine aktue Gefährdung der Kinder durch ihre Mutter gegeben. Mit Verweis auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen die in das Verfahren verwickelt sind, macht die KESB keine weiteren Angaben zum Fall. Im Nachhinein müsse man aber sicher sagen, dass die Gefährdung unterschätzt worden sei, sagte der Präsident der KESB im Kanton Zürich, gegenüber Radio 1. Es werde in solchen Fällen immer eine Risikobeurteilung vorgenommen, ein Risiko bleibe dabei aber bestehen, niemand sei unfehlbar. 

KESB will aus Fall lernen
Die KESB wolle aber aus dem Fall lernen. Das Augenmerk müsse verstärkt auf die Eltern gelegt werden, vor allem wenn Kinder über die Feiertage in die Familie zurückgingen. Dies, weil die Kinder dann über längere Zeit bei den Eltern seien und gleichzeitig wegen der Feiertage nur wenig Begleitung möglich sei.

Die tragische Entwicklung stelle auch für die KESB eine Ausnahmesituation dar, "die uns tief betroffen macht. Den Angehörigen drücken wir unser tiefstes Beileid aus."

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