FCL-Fanmarsch vor St. Gallen-Spiel rassistisch?

Polizei untersucht Videoaufnahmen - FCL distanziert sich klar

Fussballfans treiben als Juden verkleideten Fan vor sich hin.

Am vergangenen Sonntag haben Fussballfans des FC Luzern vor dem Spiel gegen St. Gallen einen als Juden verkleideten Fan vor sich hergetrieben. Dies könnte nun ein juristisches Nachspiel haben. 

Die St. Galler Stadtpolizei bestätigte diverse Medienberichte: "Rund 300 verkleidete Fans des FC Luzern haben vor dem Superleague-Spiel zwischen Luzern und St. Gallen auf dem Weg vom Bahnhof Winkeln zum Fussballstadion einen als Juden verkleideten Mann mit einem Schal des FC St. Gallen vor sich her getrieben".

Wahrscheinlich habe es sich um einen Fasnachts-Scherz gehandelt. Die Polizei wertet nun aber die Aufnahmen der fest installierten Überwachungskameras aus. Es werde untersucht, ob Personen gegen die sogenannte Antirassismus-Strafnorm verstossen haben, sagte Polizeisprecher Dionys Widmer.

FC Luzern distanziert sich klar
Der FC Luzern hat auf seiner Facebookseite und auch seiner Homepage bekannt gegeben, dass man beim Spiel übermorgen gegen Aarau ein klares Zeichen gegen Rassismus und Gewalt setzen werde. In einer Medienmitteilung hält der FCL zusätzlich fest: "Mit aller Deutlichkeit werden wir rund ums Heimspiel gegen den FC Aarau ein Zeichen gegen Antisemitismus, Diskriminierung, Rassismus und Gewalt setzen. Die Aktion einiger weniger Fans in St. Gallen ist höchst verwerflich und hat überhaupt nichts mit Fasnacht zu tun. Der Sport darf nicht für politische und religiöse Zwecke missbraucht werden. Das Ganze schadet dem Fussball. Für uns ist es doppelt ärgerlich, weil wir uns auf die sportlichen Aspekte konzentrieren müssen – bekanntlich stehen wir am Anfang einer schwierigen Rückrunde."

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