Neues Car-Regime für die Stadt Luzern

Schwanen- und Löwenplatz sollen entlastet werden

Der Carparkplatz beim Schwanenplatz in der Stadt Luzern.

Audiofiles

  1. Stadt präsentiert neues Car-Regime. Audio: Lukas Keusch
  2. Mehr Car-Verkehr in Luzern. Audio: Lukas Keusch

Der Carverkehr soll in der Stadt Luzern künftig kein Problem mehr darstellen. Die Stadtregierung hat heute konkrete Massnahmen vorgestellt, wie der Carverkehr am Schwanen- und Löwenplatz in Zukunft geregelt werden soll. So soll es künftig verboten sein auf den beiden Plätzen länger zu parkieren. Auf dem Schwanenplatz, der drei Carparkfelder umfasst, soll es in Zukunft nur noch erlaubt sein, Leute aus dem Car aussteigen zu lassen. Das Parkieren und Einsteigen wird verboten. Der Carparklatz beim Löwenplatz (neun Parkfelder), wird stattdessen zum primären Einsteigeort der Cartouristen. Parkieren können die Cars künftig im Lido und im Inseli. Vom Carparking am Bahnhofsquai, wie es während der Sanierung des Grendels in der Luzerner Altstadt der Fall war, wird abgesehen. Stadtpräsident Stefan Roth ist überzeugt von den erarbeiteten Lösungen: „So lösen wir gleichzeitig die Situation am Löwenplatz aber auch am Schwanenplatz und dies noch relativ kostenneutral“

Ein Kompromiss zwischen Tourismus und der Bevölkerung

Die vorgestellten Massnahmen gelten ab Anfangs Mai und sollen als Pilotprojekt zwei Jahre eingehalten werden. Anschliessend wird geprüft, ob noch Anpassungen am neuen Konzept vorgenommen werden müssen oder ob es so definitiv eingeführt werden kann.

Massnahmen führen zu Mehrverkehr

Das neue Car-Regime führt jedoch definitiv zu Mehrverkehr, da es den Cars nicht mehr erlaubt ist an den beiden genannten Parkplätzen zu verweilen. Die Carchauffeure müssen ihre Gäste künftig am Schwanen- oder Löwenplatz aussteigen lassen und dann zum Parkieren ins Lido oder Inseli fahren. Später fahren Sie zurück an den Löwenplatz, um sie wieder aufzuladen. Der Distanzunterschied für die Touristen, ob sie vom Schwanenplatz ins Inseli oder an den Löwenplatz gehen müssen, liegt bei rund 300 Meter. Die Zahl mag klein wirken, sei jedoch ein wesentlicher Unterschied, sagt der Direktor der Bucherer AG Josef Williner: „Wir befinden uns in einem globalen Wettbewerb. Wenn das Angebot in anderen Schweizer Städte - beispielsweise Interlaken ist am Aufholen - besser wird für den Cartourismus, werden immer mehr Reiseleiter diese Destinationen bevorzugen. Nicht nur die Uhrenindustrie ist in der Stadt Luzern abhängig vom Tourismus. Der Cartourismus hat einen Mehrwert für ganz viele lokale Unternehmen.“  

Problem ist nicht die Anzahl Cars

Die vorgeschlagenen Massnahmen der Stadtregierung zum neuen Car-Regime auf dem Schwanen- und Löwenplatz entsprechen jenen Vorschlägen der Arbeitsgruppe, welche die Probleme des Carverkehrs in der Stadt Luzern seit Sommer 2012 untersucht. Sie setzt sich aus dem Luzerner Tourismus, den Uhrengeschäften am Schwanenplatz, dem Quartierverein Altstadt und Vertretern der Stadt Luzern zusammen. Die grössten Probleme sei laut der Arbeitsgruppe nicht die Anzahl Cars pro Tag (Pro Tag fahren durchschnittlich 300 Cars über die Seebrücke in der Stadt Luzern. Autos sind es durchschnittlich mehr als 37‘000 täglich), sondern die Aufenthaltsdauer der Cars auf den Parkplätzen: „Vor allem in den Sommermonaten am Feierabend sind die Carparkplätze überfüllt. So kommt es häufig dazu, dass Cars ihre Gäste am Strassenrand aufladen und dies führt wiederum dazu, dass die Strassen verstopfen und das Unfallrisiko enorm steigt.“, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe Erich Fust.

Verkehrsfreier Schwanenplatz

Diese Massnahmen seien jedoch nur als mittelfristig Lösung zu verstehen, hält der Stadtpräsident von Luzern Stefan Roth fest: „Die Vision der Stadtregierung ist es, dass der Schwanenplatz in ferner Zukunft vom Verkehr befreit wird und begrünt werden kann.“ Deshalb unterstützt die Stadtregierung auch die Idee eines grossen Parkhauses Musegg. Über die Planung dieses Parkhauses entscheidet das Luzerner Parlament im März. 

 

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