Wahlen Luzern: Graf, Wyss und Küng gewählt

Finanzdirektor Schwerzmann muss in den 2. Wahlgang

Die drei wiedergewählten Regierungsräte: Reto Wyss, Guido Graf und Robert Küng (v.l.n.r.)

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  1. Luzerner Regierungsratswahl: die Gewählten. Audio: Tommy Durrer
  2. Luzerner Regierungsratswahlen: Ausgangslage für den 2. Wahlgang. Audio: Tommy Durrer
  3. Parteien bringen sich für zweiten Wahlgang im Kanton Luzern in Stellung. Audio: Tomy Durrer
  4. Tiefe Wahlbeteiligung überrascht Politologen nicht. Audio: Tommy Durrer

Im ersten Wahlgang der Luzerner Regierungsratswahlen sind drei der vier Bisherigen im Amt bestätigt worden. Gewählt sind Guido Graf (CVP) mit 61'451 Stimmen, gefolgt von Robert Küng (FDP) mit 59'486 und Reto Wyss (CVP) mit 58'199 Stimmen. Das absolute Mehr lag bei 49'173 Stimmen.  Dieses verfehlt hat der parteilose bisherige Regierungsrat Marcel Schwerzmann (43'562 Stimmen), der vor acht Jahren der SVP den Regierungssitz abgenommen hatte. Paul Winiker, der für die SVP den 2007 verlorenen Sitz zurückholen soll, kam auf 42'842 Stimmen.

Einen deutlichen Abstand von mindestens 8000 Stimmen haben die drei Personen, die für die Linken in die Wahlen gestiegen sind. Felicitas Zopfi (SP) kam auf 34'231 Stimmen. Ihr Wahlziel ist es, den Sitz der zurücktretenden SP-Regierungsrätin Yvonne Schärli zu verteidigen. Auf den beiden letzten Plätzen folgten Michael Töngi (Grüne) mit 20'241 Stimmen und Irina Studhalter (Junge Grüne) mit 11'808 Stimmen.

Die Stimmbeteiligung betrug 37,6 Prozent.

CVP-Gesundheitsdirektor Guido Graf machte das beste Resultat bei den Luzerner Regierungsratswahlen Der Luzerner Regierungsrat Robert Küng: im 1. Wahlgang wiedergewählt Auch CVP-Bildungsdirektor Reto Wyss schaffte die Wieder-Wahl bereits im 1. Wahlgang.

Die gewählten Regierungsmitglieder:

Im ersten Wahlgang der Luzerner Regierungsratswahlen sind drei Bisherige gewählt worden:

Guido Graf
Guido Graf (CVP) wurde 2010 in den Regierungsrat gewählt. Er ist Gesundheits- und Sozialdirektor. 2011 war er der einzige Regierungsrat, der die Wahl im ersten Wahlgang geschafft hat. Graf ist 56 Jahre alt und wohnt in Pfaffnau. Er war bis zu seiner Wahl Inhaber eines Beratungsbüros für Nonprofit-Organisationen. Graf startete seine politische Karriere 1991 im Gemeinderat von Pfaffnau. 1995 wurde er Kantonsrat, wo er zeitweise auch die CVP-Fraktion präsidierte. Mit dem schwierigen Dossier Asylpolitik gewann Graf an Profil.

Robert Küng
Robert Küng (FDP) ist seit 2011 Regierungsrat und Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartementes. Küng ist 59 Jahre alt und wohnt in Willisau. Er war Stadtpräsident von Willisau und Kantonsrat und führte ein eigenes Haustechnikunternehmen. Grossbaustellen, die Küng zu betreuen hat, ist die Verkehrslage im Raum Luzern (Seetalplatz, Projekte Bypass und Tiefbahnhof) sowie der Hochwasserschutz.

Reto Wyss
Reto Wyss (CVP) wurde 2011 Regierungsrat und steht dort dem Bildungs- und Kulturdepartement vor. Der 49-jährige Wyss wohnt in Rothenburg, wo er vor seiner Wahl in den Regierungsrat Gemeindepräsident war. Wyss ist Bauingenieur und war Teilhaber eines Büros. Dank Wyss konnte Luzern die schwierig gewordenen Beziehungen zu den anderen Zentralschweizer Kantonen wieder normalisieren. Erfolge verbuchen konnte er zudem in der Hochschulpolitik.

Der Luzerner Finanzdirektor Marcel Schwerzmann muss in den 2. Wahlgang.

Nicht im Amt bestätigt wurde der parteilose Finanzdirektor Marcel Schwerzmann. Er ist aber für den zweiten Wahlgang optimistisch. Dort werde es darum gehen, ob Luzern eine rein bürgerliche Regierung oder eine mit einer linken Beteiligung haben werde. Als Parteiloser habe er eine
Wahl im ersten Wahlgang aber auch nicht erwarten können, sagte er. Er sei mit seinem Resultat zufrieden.

"Als Parteiloser konnte ich eine direkte Wiederwahl nicht erwarten."

Paul Winiker für die SVP und Felicitas Zopfi für die SP blieben ebenfalls unter dem absoluten Mehr. Der SVP-Kandidat sieht seine Chancen auf einen Sitz in der Luzerner Regierung im zweiten Wahlgang intakt. Er befinde sich auf Augenhöhe mit dem bisherigen Parteilosen Marcel Schwerzmann. Zudem habe er die Kandidatin der SP weit hinter sich gelassen. Felicitas Zopfi von der SP glaubt aber an ihre Chance, im zweiten Wahlgang in die Luzerner Regierung gewählt zu werden.  Viele wollten, dass die Linken und die Frauen im Regierungsrat vertreten seien. Sie sei mit dem Resultat des ersten Wahlgangs aber nicht zufrieden. Sie sei aber auch nicht überrascht, weil gewisse Kreise eine rein bürgerliche Regierung propagiert hätten.

"Ich bin nicht zufrieden, aber auch nicht überrascht."

Keine Wahlchancen hatten Michael Töngi (Grüne) und Irina Studhalter (Junge Grüne). Letzte freute sich dennoch über das gemachte Resultat.

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