SP fliegt aus der Luzerner Regierung - SVP holt sich den fünften Sitz

Luzerner Regierung nach 56 Jahren erstmals ohne SP

Paul Winiker, SVP (links) und Marcel Schwerzmann, parteilos (rechts) ergänzen die neue Luzerner Regierung. Die nicht gewählte Felicitas Zopfi (l) und die abtretende Yvonne Schärli im Interview. Die neue Luzerner Regierung: Robert Küng (FDP), Marcel Schwerzmann (parteilos), Reto Wyss (CVP), Guido Graf (CVP) und Paul Winiker (SVP).

Audiofiles

  1. SP muss in Luzern nach 56 Jahren ihren Regierungssitz räumen. Audio: Urs Schlatter, Radio Pilatus AG
  2. Parteipräsidenten der SVP und SP kommentieren Luzerner Regierungsratswahlen. Audio: Urs Schlatter, Radio Pilatus AG
  3. SP-Kandidatin Felicitas Zopfi zeigt sich im Interview schwer enttäuscht. Audio: Urs Schlatter, Radio Pilatus AG

Der Kanton Luzern wird in den nächsten vier Jahren von fünf bürgerlichen Männern regiert. Im zweiten Wahlgang der Luzerner Regierungsratswahlen haben sich die bürgerlichen Kandidaten klar gegen die Kandidatin der Linken durchgesetzt. Der SP ist es nicht gelungen, den Sitz der abtretenden Justizdirektorin Yvonne Schärli zu halten. Damit ist die SP erstmals seit 56 Jahren nicht mehr in der Luzerner Regierung vertreten. Die SVP kehrt nach acht Jahren in die Regierung zurück, der parteilose Marcel Schwerzmann konnte seinen Sitz verteidigen.

Schwerzmann mit dem besten Resultat
Gemäss Endresultat erzielte der parteilose, bürgerliche Finanzdirektor Marcel Schwerzmann das beste Resultat, dies obwohl er einzig von der FDP unterstützt worden war. Schwerzmann erhielt 65'708 Stimmen und kann somit seine dritte Amtszeit in Angriff nehmen. Gewählt wurde auch Paul Winiker von der SVP. Der Kantonsrat und Gemeindepräsident von Kriens kam auf 54'500 Stimmen. Ein Schlappe erlitt die SP. Ihre Kandidatin Felicitas Zopfi landete abgeschlagen mit 37'154 Stimmen auf dem letzten Platz. Die Stimmbeteiligung betrug 37,2 Prozent.

Das provisorische Schlussergebnis des zweiten Wahlgangs der Luzerner Regierungsratswahlen.

Auch die Frauen sind nicht mehr in der Regierung vertreten
Nicht nur die SP verliert ihren Sitz in der Regierung. Erstmals seit 28 Jahren ist auch keine Frau mehr in der Regierung. Die SP-Kandidatin und einzige Frau im Rennen, Felicitas Zopfi, verpasste den Einzug trotz Unterstützung von CVP, Grünen, GLP und von Frauen. Im Wahlkampf wurde der Primarlehrerin Zopfi mangelnde Erfahrung in einem Exekutivamt vorgeworfen. Zudem hatte die ehemalige SP-Parteipräsidentin kompromisslos die bürgerliche Steuerstrategie für schweizweit tiefste Unternehmensgewinnsteuern bekämpft. Luzern ist nach dem Tessin der zweite Kanton neu ohne weibliche Regierungsmitglieder. Erste Luzerner Regierungsrätin war 1987 Brigitte Mürner-Gilli (CVP). Sie war zugleich die Erste in der Innerschweiz. Auf sie folgten 1999 Parteikollegin Margrit Fischer und 2003 Yvonne Schärli (SP). Schärli verzichtete nach 12 Jahren auf eine erneute Kandidatur.

Regierungsrats-Kandidatin Felicitas Zopfi: Die CVP unterstützt die SP-Frau und setzt damit auf Konkordanz.

Neue parteipolitische Zusammensetzung
Der Luzerner Regierungsrat hat fünf Sitze. Drei davon wurden bereits im ersten Wahlgang am 29. März an die Bisherigen Guido Graf (CVP), Robert Küng (FDP) und Reto Wyss (CVP) vergeben. Mit dem Ausscheiden der SP und dem Einzug der SVP ändert die parteipolitische Zusammensetzung der Luzerner Regierung nach 2007 erneut. Sie setzt sich neu wie folgt zusammen: 2 CVP, 1 FDP, 1 SVP und 1 Parteiloser.

Die detaillierten Resultate des zweiten Wahlgangs
Medienmitteilung des Kantons

Das Luzerner Regierungs- und Parlamentsgebäude.

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