Die Seerose musste am Wochenende evakuiert werden

Bestand Gefahr bei den Evakuierungen?

Gästival-Seerose auf dem Vierwaldstädtersee

Die Seerosen-Plattform des Gastfreundschafts-Events Gästival auf dem Vierwaldstättersee musste am Wochenende zwei Mal evakuiert werden. An der Evakuierung der beiden Abendvorstellungen am Samstag und Sonntag wird nun Kritik laut.

Augenzeugen berichten, dass die Situation auf der Seerose sehr gefährlich war. In einem Mail, das Radio Pilatus vorliegt, schreiben sie:

"Gestern waren XY und ich auf der Seerose beim Konzert von Willy Tell. ​Trotz aufkommendem Unwetter sahen sich die Veranstalter vorerst nicht in der Pflicht, rechtzeitig das Konzert abzubrechen. Ein Verlassen der Seerose war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Das Wasser schoss ins Mittelgeschoss, wo wir bald knöcheltief im Wasser standen. Rings um die Seerose schlugen Blitze ins Wasser – nicht so gemütlich im Wissen, dass man auf einer Stahlkonstruktion steht. Wie gross wäre die Panik gewesen, wenn der Strom ausgefallen wäre etliche elektrische Leitungen waren von Wasser umspült?"

Vorwürfe unbegründet

Der Mediensprecher des Gästivals, Stefan Ragaz, sagt, es habe keine Sicherheitsprobleme gegeben: "Sämtliche elektronischen Installationen sind wetterfest gebaut. Die Seerose ist ein faradayscher Käfig, das heisst, bei einem Blitzeinschlag wird die Energie direkt ins Wasser geleitet. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Seerosen-Besucher." Die Künstler, welche am Samstag- und Sonntagabend auf der Bühne standen, bestärken den Veranstalter, dieser habe richtig gehandelt. So sagt der Schweizer Schlagersänger Willy Tell, der am Sonntagabend seinen Auftritt hatte, gegenüber Radio Pilatus: "In den Garderoben im Untergeschoss war kein Wasser. Ich fühlte mich nie in Gefahr und soweit ich das beurteilen kann, war auch die Stimmung bei den Zuschauern ausgelassen. Meiner Meinung nach hat der Veranstalter alles richtig gemacht."

Bauliche Anpassungen wegen starkem Regen

Die Gästival-Seerose wird nun aber wegen den starken Gewittern baulich leicht angepasst. Die Überdachung müsse erweitert werden, sagte Stefan Ragaz, Mediensprecher des Gästivals, weiter.

Audiofiles

  1. Zwei mal musste die Seerose evakuiert werden. Audio: Lukas Keusch

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