Vor 150 Jahren wurde das Matterhorn erstmals bestiegen

Premiere endete jedoch in tödlicher Tragödie

Erstbesteiger 1865 auf dem Matterhorngipfel in historischer Darstellung (Gustave Doré) Matterhorn Erstbesteiger: Edward Whymper

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  1. Vor 150 Jahren wurde das Matterhorn erstmals bestiegen. Audio: Tommy Durrer
  2. Was sich seit der Erstbesteigung des Matterhorns verändert hat. Audio: Tommy Durrer

Genau vor 150 Jahren, am 14. Juli 1865 standen mit dem Briten Edward Whymper und seiner Seilschaft erstmals Menschen auf dem Gipfel des Matterhorns (4‘478 m.ü.M). Von den 7 Alpinisten überlebten jedoch nur drei den Abstieg.

Das Matterhorn galt lange als nicht besteigbar. Immer wieder hatten Alpinisten versucht, den Gipfel zu erreichen. Keinem war es jedoch vor dem 14. Juli 1865 gelungen. Weder von der italienischen Seite, noch von der Zermatter Seite her. Die Premiere gelang der 7ner-Seilschaft von Edward Whymper. Die Gruppe stieg über den Hörnligrat auf die sogenannte "Schulter", und weiter oben, im Bereich der heutigen Fixseile, wich sie in die Nordwand aus. Edward Whymper erreichte als Erster den Gipfel. Ihm folgten der französische Bergführer Michel Croz, Charles Hudson, Lord Francis Douglas, Douglas Robert Hadow (alle aus England) sowie die Zermatter Bergführer Peter Taugwalder Vater und Peter Taugwalder Sohn.

Beim Abstieg stürzten die vorderen vier (Croz, Hadow, Hudson und Douglas) noch oberhalb der "Schulter" über die Nordwand tödlich ab. Drei der Toten wurden einige Tage später auf dem Matterhorngletscher geborgen, die Leiche von Lord Francis Douglas wurde bis heute nie gefunden.

Neue Hörnlihütte zum 150-Jahre-Jubiläum

Nach der Erstbesteigung des Matterhorns 1865 kamen immer mehr Menschen nach Zermatt, um den Berg zu erkunden. Deshalb kam man in Zermatt bald zu der Überzeugung, dass am Fusse des Matterhorns eine Übernachtungsmöglichkeit gebaut werden müsse. So wurde 1880 auf 3260 Meter über Meer die erste Unterkunft mit siebzehn Schlafplätzen gebaut, die Hörnlihütte. Seit dem Bau dient sie vielen Bergsteigern als Ausgangspunkt für die Matterhornbesteigungen und als Zufluchtsort bei Wetterumschlägen. 1911 baute die Burgergemeinde Zermatt in unmittelbarer Nachbarschaft das Berghaus Matterhorn (Belvédère).

Die "neue" Hörnlihütte nimmt Formen an. Die Alpinisten "stürmen" das Matterhorn von der Hörnlihütte aus. Die Hörnlihütte im Jahre 1915.

Um den wachsenden Bedürfnissen gerecht zu werden, wurden die Hütten in den folgenden Jahrzehnten mehrmals umgebaut und bieten seit der letzten Renovierung und Vergrösserung 1982 Platz für 170 Berggänger. Mit Blick auf das ausserordentliche Jubiläumsjahr zur Erstbesteigung des Matterhorns 2015 haben sich die Burgergemeinde Zermatt, zusammen mit der Stiftung „Hörnlihütte 2015“ entschieden, die Hörnlihütte zu sanieren und das Berghaus Matterhorn mit einem Umbau den heutigen Anforderungen an Umweltverträglichkeit, Sicherheit, Hygiene und Funktionalität anzupassen.

Kurt Lauber, der Wächter des Matterhorns

Kurt Lauber ist seit fast 20 Jahren Hüttenwart auf der Hörnlihütte. Er kennt den Berg, die Alpinisten, die den Gipfel bezwingen wollen – die gut trainierten und diejenigen, die sich überschätzen. Wenn morgens um vier Uhr die Alpinisten seine Hütte verlassen und in der schwarzen Bergnacht die Lichter der berühmten Stirnlampenparade am Hörnligrat aufblitzen, weiss Kurt Lauber noch nicht, was der Tag bringen wird – Routine oder Katastrophe.

Wenn Kurt Lauber Glück hat, ist das Wetter so gut, dass er und seine Kollegen von der Zermatter Bergrettung ein paar unerfahrene Touristen per Helikopter einsammeln können. Doch wenn es schlecht läuft, erlauben Gelände, Schneesturm und Dunkelheit nur eine Rettung zu Fuss. Dann kann es sein, dass er sein Leben für andere aufs Spiel setzen muss. Lauber hat seine Erlebnisse rund um das Matterhorn in zwei Büchern festgehalten: „Der Wächter des Matterhorns“ und „Matterhorn. Bergführer erzählen“. Mehr dazu

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