Sarnen verlangt Massnahmen für Bundesasylzentrum Glaubenberg

Es brauche eine durchgehende Betreuung und ein Beschäftigungsprogramm

Im Zusammenhang mit dem geplanten Bundesasylzentrum im Glaubenberg fordern die Gemeinde Sarnen und der Kanton Obwalden Massnahmen vom Bund. Sarnen blickt dem Asylzentrum skeptisch entgegen, die Kantonsregierung äussert sich positiver. Man habe zwar Verständnis, heisst es in einer Mitteilung des Sarner Gemeinderates. Aber es brauche auch Massnahmen.

Rundum-Betreuung und Beschäftigungsprogramm

So ist es dem Gemeinderat wichtig, dass die Asylsuchenden rund um die Uhr betreut sind, ein Beschäftigungsprogramm haben und die Sicherheit in der Umgebung gewährleistet ist. Ebenfalls wünscht sich die Gemeinde, dass der Bund das lokale Gewerbe, beispielsweise beim Bezug von Nahrungsmitteln, Mahlzeiten oder für handwerkliche Dienstleistungen berücksichtigt. Der Bund soll sich auch weiterhin am Unterhalt der Glaubenbergstrasse beteiligen. Im Zusammenhang mit dem Sicherheits- und Betreuungskonzept fordert der Gemeinderat, dass der Bevölkerung für alle Belange des Ausreisezentrums eine vom Bund eingerichtete Hotline zur Verfügung steht - "für alle Belange".

Entlastung für den Kanton und Obwaldner Gemeinden

Weniger kritisch sieht der Kanton dem Vorhaben entgegen. Er unterstütze die Strategie des Bundes, die Asylverfahren zu beschleunigen und zu diesem Zweck weitere Bundeszentren zu eröffnen, teilte der Regierungsrat mit. Das Bundeszentrum im Truppenlager Glaubenberg entlaste Kanton und Gemeinden. Der Kanton werde nur noch wenige Asylsuchende, die im Rahmen des Familiennachzugs einreisen, in den Gemeinden unterbringen müssen. Die schwierige Situation bei der Wohnungssuche für die Unterbringung von Asylsuchenden in den Gemeinden werde sich somit entspannen.

"Griffig Hausordnung"

Der Regierung ist ein reibungsloser Betrieb des Bundeszentrums aber auch "ein grosses Anliegen", wie sie schreibt. Sie erwartet neben der Einrichtung des 24-Stunden-Informationstelefons auch eine "griffige Hausordnung mit Sanktionsmöglichkeiten und Zugangskontrollen". Zudem ist die Regierung daran interessiert, dass für die Asylsuchenden im Bundeszentrum Glaubenberg gemeinnützige Arbeitsplätze angeboten werden. Damit Beschäftigung und geregelte Tagesabläufe für die Asylsuchenden gewährleistet seien.

Bevölkerungsinformationen im Herbst

Der Bund hatte Mitte Mai mitgeteilt, dass er das Armee-Truppenlager Glaubenberg in Sarnen als temporäres Ausreisezentrum für Asylsuchende nutzen wird. Ab Mitte 2016 werden dort während drei Jahren bis zu 240 Asylbewerber untergebracht. Die Gemeinde Sarnen und der Kanton werden im Herbst die Bevölkerung an einer öffentlichen Veranstaltung über das Vorhaben im Detail informieren.

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