Luzerner Tourismusdirektor warnt vor übertriebener Kritik an asiatischen Touristen

Diese seien sehr wichtig für die Wertschöpfung in der Region

Touristen fotografieren die Kapellbrücke in der Stadt Luzern.

Es hagelt derzeit von allen Seiten Kritik: In Ebikon sollen chinesische Touristen Dreck und Lärm machen, auf der Rigi gebe es Streit mit einheimischen Touristen und in den Hotels würden die asiatischen Gäste viel Essen verschwenden. Der Luzerner Tourismusdirektor Marcel Perren gibt im Interview mit Radio Pilatus zu, dass derzeit nicht alles reibungslos läuft. Es gebe gewisse interkulturelle Differenzen. Man sei aber mit Arbeitsgruppen daran, diese zu beheben.

Unter ständiger Beobachtung

So schlimm wie gewisse Medien die Situation beschreiben, sei es aber nicht. Mehr Sorgen macht dem Tourismusdirektor, dass diese übertriebene Kritik nun nach China überschwappt. Das chinesische Konsultat in Zürich verfolge die Geschehnisse in der Schweiz nämlich sehr genau. Es gelte deshalb weiterhin Gastfreundlich zu sein und den Gästen das Gefühl zu geben, sie seien hier Willkommen.

Eine Gefahr für die Wertschöpfung

Besoners asiatische Gäste seien nämlich wertvoll für Luzern und die Region Vierwaldstättersee. Gruppentouristen aus China seien nicht einfach Billigtouristen. Diese Darstellung stimme nicht, sagt Perren. Ein durchschnittlicher asiatischer Touriste gebe in der Schweiz 330 Franken pro Tag aus. Ein Einbruch der Gästezahlen aus Asien habe deshalb auch wertschöpfungsmässig einen grossen Einfluss auf die Region. Schliesslich sei Asien auch einer der stärksten Märkte. Im vergangenen Jahr übernachteten über 700'000 Personen aus Asien in der Region Vierwaldstättersee. Das sind 20 Prozent aller Gäste. Ausserdem ist der asiastische Markt in den vergangenen fünf Jahren stark gewachsen. Die Zahl hat sich beinahe verdoppelt.

Audiofiles

  1. Luzerner Tourismusdirektor warnt vor übertriebener Kritik an asiatischen Touristen. Audio: Matthias Oetterli

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