Blatter will mit Bundesanwaltschaft kooperieren

Die Bundesanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen den FIFA-Präsidenten eröffnet

FIFA-Präsident Sepp Blatter will mit der Schweizer Bundesanwaltschaft zusammenarbeiten. Der 79-Jährige Präsident des Weltfussball-Verbandes liess durch seinen Anwalt ausrichten, er werde bei der Klärung der Vorwürfe kooperieren. Die Bundesanwaltschaft hatte gestern bekannt gegeben, dass sie eine Strafuntersuchung gegen Sepp Blatter eröffnet hat. Dabei geht es vor allem um Missmanagement und eventuell um Veruntreuung.

Handlungen gegen die Interessen der FIFA
Es bestehe einerseits der Verdacht, dass Sepp Blatter im September 2005 mit der Caribbean Football Union - deren Präsident Jack Warner war - einen für die FIFA ungünstigen Vertrag abgeschlossen habe. Andererseits bestehe der Verdacht, dass Blatter auch bei der Umsetzung des Vertrages in Verletzung seiner Treuepflichten gegen die Interessen der FIFA resp. der FIFA Marketing & TV AG verstossen habe. Zudem werde Sepp Blatter eine treuwidrige Zahlung von CHF 2 Mio. im Februar 2011 an Michel Platini, Präsident der UEFA zu Lasten der FIFA vorgeworfen, angeblich für die zwischen Januar 1999 und Juni 2002 geleisteten Dienste, heisst es in einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft. 

FIFA-Hauptsitz und Büro von Blatter durchsucht
Sepp Blatter wurde gestern von Vertretern der Bundesanwaltschaft der Schweiz im Anschluss an eine Sitzung des Exekutiv-Komitees der FIFA als Beschuldigter einvernommen. Michel Platini wurde gleichzeitig als Auskunftsperson von Vertretern der Bundesanwaltschaft einvernommen. Die Bundesanwaltschaft führte zudem mit Unterstützung der Bundeskriminalpolizei eine Hausdurchsuchung bei der FIFA in Zürich durch. Dabei wurde auch das Büro des FIFA-Präsidenten durchsucht und Datenmaterial sichergestellt. 

Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Audiofiles

  1. Bundesanwaltschaft eröffnet Strafverfahren gegen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter. Audio: Urs Schlatter, Radio Pilatus AG

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