Scharfe Munition: In Erstfeld wurde der Fall Ignaz Walker nachgestellt

Rekonstruktion soll Aussagen überprüfen

Kurt Zollinger vom Forensischen Institut Zürich zeigt den Kugelfang Kurt Zollinger vom Forensischen Institut Zürich am Tatort Der Tatort in Erstfeld vor der Schuss-Rekonstruktion Die Attrappe vor der Schuss-Rekonstruktion

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  1. Forensiker stellen in Erstfeld den Fall Walker nach.. Audio: Caspar Van de Ven

Im Fall des Urner Barbetreibers Iganz Walker, der 2010 einen Killer auf seine Frau angesetzt haben soll, haben Forensiker die Schüsse am Tatort in Erstfeld im Kanton Uri nachgestellt. Abgefeuert wurden mehrmals drei Schüsse mit scharfer Munition aus der originalen Tatwaffe.

Anlass für die schweizweit seltene Schuss-Rekonstruktion waren Vorkommnisse in der Nacht vom 12. November. Der damals 31-jährigen Frau des Barbetreibers wurde auf dem Heimweg in den Rücken geschossen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem damaligen Ehemann Ignaz Walker vor, dafür einen Killer auf seine Frau angesetzt zu haben. Die Frau wurde dabei mit drei Schüssen lebensgefährlich verletzt. Walker bestreitet die Tat seither.

Schüsse am Tatort

Das Urner Obergericht ordnete eine Schuss-Rekonstruktion an. Damit soll der Tathergang für die Richter, die Ankläger und die Verteidigung verständlicher werden. Ein Mitarbeiter des Forensischen Instituts Zürich feuerte in drei verschiedenen Szenarien jeweils drei Schüsse auf eine Attrappe ab: Einmal rasch gehend, einmal langsam laufend und einmal stehend. Dazwischen lokalisierten Experten nach schwieriger Suche die Patronenhülsen im Gelände. Auch die Richter, die Ankläger und die Verteidigung konnten sich zwischen den Szenarien einen Eindruck vom Tatort machen. Der Angeklagte Ignaz Walker selber war nicht vor Ort.

Die Neuauflage des Berufungsprozesses beginnt am 19. Oktober und soll rund zweieinhalb Wochen dauern. Im Prozess werden die Erkenntnisse der Schuss-Rekonstruktion einbezogen.  

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