Asylunterkunft auf Glaubenberg eröffnet früher

Wenig Skepsis in der Bevölkerung

Die Asylunterkunft auf dem Glaubenbergpass - zwischen Sarnen OW und Entlebuch LU - wird bereits am 2. November in Betrieb genommen und nicht, wie vorgesehen, im Sommer 2016. Darauf haben sich der Bund, der Kanton Obwalden und die Gemeinde Sarnen am Montag geeinigt, schreibt der Bund in einer Mitteilung. Wobei die Obwaldner Regierung erst am Montag davon erfahren hat. Gestern ist in Sarnen die Bevölkerung informiert worden. 100 Personen waren anwesend. Skepsis wurde kaum geäussert. 

Vorerst alleinige Nutzung
Vorgesehen war, dass das Truppenlager ab Sommer 2016 in zwei Bereiche unterteilt werde und drei Jahre lang parallel genutzt werden könne. Einerseits von den Flüchtlingen, andererseits u.a. vom Militär. Wegen des grossen Flüchtlingsandrangs und der steigenden Anzahl Asylgesuche wird der Betrieb laut Bund aber bereits jetzt aufgenommen und das Truppenlager wird vorerst gänzlich für die Flüchtlinge genutzt. Zu dieser Notbelegung sei es wegen zahlreicher neuer Asylgesuchen der letzten Wochen gekommen, sagte Urs von Daeniken vom Staatssekretariat für Migration. In der Schweiz würden pro Tag rund 150 Asylgesuche gestellt. 

Hausordnung für Asylsuchende
Für die Asylsuchenden werde es eine Hausordnung geben. Verstosse jemand dagegen, gebe es Sanktionen, wurde der Bevölkerung gestern mitgeteilt. Die Asylsuchenden dürften das Zentrum tagsüber zu Betriebszeiten verlassen und erhielten ein Taschengeld von drei Franken pro Tag. Zudem sollen die Asylsuchenden an Beschäftigungsprogrammen teilnehmen können. Für Sicherheit sorgten Securitasangstellte, welche rund um die Uhr vor Ort seien. Die Kosten für die Sicherheit würden vollumfänglich vom Bund getragen. 

Vorerst keine Raumsuche mehr
Solange das Zentrum in Betrieb sei erhalte der Kanton Obwalden gemäss geltender Kompensationsregelung unter den Kantonen keine Zuteilungen mehr für Asylsuchende und Flüchtlinge, schreibt der Bund weiter. Es müssen für die Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen also keine Häuser oder weitere Unterkünfte gesucht werden in den nächsten Jahren.

Die anwesenden Behördenvertreter betonten gestern zudem, der Bund werde alles daran setzen, um das Schweizerische Jugend-Langlauflager trotz der aktuellen Situation im Truppenlager durchführen zu können.

Audiofiles

  1. Asylunterkunft auf Glaubenberg geht früher auf. Audio: Manuela Marra

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