In Uri gibt die FDP nach über 100 Jahren ihren Nationalratssitz auf

Die Eidgenössischen Wahlen im Kanton Uri

In Uri geht mit dem Rücktritt von FDP-Nationalrätin Gabi Huber eine Tradition zu Ende: Die FDP verzichtet bei den Wahlen im Herbst auf eine Kandidatur für den einzigen Urner Sitz im Nationalrat. Diesen hält sie seit über 100 Jahren. Das Erbe antreten wollen CVP und SVP.

(sda) Gabi Huber sitzt seit 2003 im Nationalrat. Die Urner Stimmbevölkerung hatte damals erstmals eine Frau nach Bern gewählt - als Nachfolgerin von Franz Steinegger. Zuvor gehörte Huber acht Jahre als Finanzdirektorin dem Urner Regierungsrat an. Diesen präsidierte sie 2002 bis 2004 als erste Frau Landammann. Nun gibt die FDP nach Hubers Rücktritt ihren Sitz in der Grossen Kammer auf. Die FDP Uri habe entschieden, keinen eigenen Kandidaten zu nominieren, sagte Mediensprecher Zacharias Ziegler auf Anfrage. Die FDP hat den Sitz seit 1914 inne. Damals einigten sich die bürgerlichen Parteien, dass das Nationalratsmandat der FDP, die beiden Ständeratssitze der CVP zustünden.

Um den frei werdenden Sitz im Nationalrat buhlen nun CVP und SVP. Die CVP steigt mit der 56-jährigen Andermatter Landrätin Frieda Steffen ins Rennen. Die SVP nominierte den 37-jährigen Regierungsrat Beat Arnold.

FDP will einen Ständeratssitz

Auch im Ständerat blieb die 1914 definierte Urner Zauberformel jahrelang unberührt. 2010 schaffe es der damals parteilose, heute  grünliberale Finanzdirektor Markus Stadler das Regime zu kippen. Er setzte sich gegen Heidi Z'Graggen (CVP) durch und eroberte den Ständeratssitz des während der Legislatur zurückgetretenen CVP-Ständerats Hansruedi Stadler. Das war eine kleine Sensation.

Bei den Wahlen im Herbst 2011 bestätigte das Urner Stimmvolk Stadler für vier weitere Jahre im Amt. Nun aber, so sagte der 67-Jährige, sei Zeit für etwas neues. Er kandidiert "aus persönlichen Gründen" nicht mehr. Der zweite Sitz ist mit Isidor Baumann noch immer Fest in CVP-Hand. Mit Stadlers Rücktritt stehen die Chancen gut für die FDP, dass sie sich den zweiten Urner Ständeratssitz sichern könnte. Richten soll es Regierungsrat Josef Dittli. Er gehört seit 2004 der Urner Regierung an. Im Fall einer Wahl will er als Regierungsrat zurücktreten.

Die SP hatte sich bislang sowohl bei den National- als auch bei den Ständeratswahlen noch nicht ins Spiel gebracht. Laut Mediensprecher Sebastian Züst schliesst sie aber eine Kandidaturen nicht gänzlich aus. Im Kanton Uri gib es keinen Anmeldeschluss für die Kandidaturen.

Audiofiles

  1. Die Nationalratswahlen im Kanton Uri. Audio: Caspar van de Ven
  2. Die Ständeratswahlen im Kanton Uri. Audio: Caspar van de Ven

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