Der Fall Vollenweider: Die letzte Hinrichtung der Schweiz

Am 18. Oktober 1940 wurde zum letzten Mal eine Hinrichtung durchgeführt

Vor 75 Jahren wurde in der Schweiz die letzte Hinrichtung vollzogen. (Zeitungsartikel von 1940) Vor 75 Jahren wurde in der Schweiz die letzte Hinrichtung vollzogen. (Zeitungsartikel von 1940) Vor 75 Jahren wurde in der Schweiz die letzte Hinrichtung vollzogen. (Zeitungsartikel von 1940)

In der Schweiz ist die Todesstrafe verboten. Allerdings ist die letzte Hinrichtung in der Schweiz noch nicht so lange her, wie viele denken. Erst am 18. Oktober 1940 wurde in der Gemeinde Sarnen im Kanton Obwalden die letzte Hinrichtung durchgeführt. Dabei wurde der dreifache Mörder Hans Vollenweider mit der Guillotine geköpft. 

Der Fall Hans Vollenweider

Hans Vollenweider hatte in seinem Leben gleich mehrere schwere Verbrechen verübt. Zunächst musste er wegen eines Banküberfalls ins Gefängnis. Während einem Hafturlaub flüchtete er und brachte auf seiner Flucht drei Menschen um. Dabei war der dritte Mord der entscheidende. Nachdem Vollenweider zunächst einen Chauffeur erschoss um dessen Identität anzunehmen und dann einen Postmann tötete um an Geld zu kommen, erschoss er zum Ende einen Polizisten. Den Dorfpolizisten von Sachseln.

Dieser war Vollenweider dank Hinweisen der Zürcher Polizei auf die Schliche gekommen und wollte ihn im Hotel Engel in Sachseln verhaften. Dabei kam es zu einem Handgemenge, der Polizist glitt aus und Vollenweider schoss anschliessend auf ihn. Zwei Tage später erlag der Polizist Alois von Moos seinen Verletzungen. Gäste in der Hotelbar bekamen die Prügelei und den Schuss mit und konnten Vollenweider überwältigen und festhalten bis die Polizei eintraf.

Todesstrafe war auf dem Papier bereits abgeschafft

Der Mord an Polizist Alois von Moos geschah am 23. Juni 1939. Die beiden anderen Morde ebenfalls im Juni des Jahres 1939. Die Hinrichtung war dann gut ein Jahr später, am 18. Oktober 1940 fällig. Umstritten war die Hinrichtung Vollenweider's insbesondere, weil das Schweizer Stimmvolk 1938 für die Abschaffung der Todesstrafe war. Das Gesetz jedoch erst 1942 in Kraf trat. Also zwei Jahre nach der Hinrichtung Vollenweiders.

Mord oder vorsätzliche Tötung

Hans Vollenweider wurde beim Prozess in Obwalden nur für die Tötung am Polizisten Alois von Moos schuldig gesprochen. Die beiden anderen Morde bewertete das Obwaldner Gericht nicht. Grund: Es hatte keine Kompetenz dafür, da die Morde nicht auf Obwaldner Boden geschehen waren, sondern in Zürich und wahrscheinlich an der Kantonsgrenze Zug-Zürich. Der zweite Tatort konnte allerdings nicht vollends geklärt werden. 

Beim Prozess stellte sich ausserdem die Frage, ob Vollenweider den Polizisten vorsätzlich getötet oder ermordet hatte. Der Unterschied: Mord wurde mit Hinrichtung bestraft - Vorsätzliche Tötung mit Zuchthaus. Zwar sei der Polizist bei einem Gerangel getötet worden. Dennoch habe Vollenweider immer den Entschluss gehabt, wer ihm auf seiner Flucht in die Quere komme, der werde aus dem Weg geräumt. Das Gericht stufte den Tod des Polizisten deshalb als Mord ein und verurteilte Hans Vollenweider am 20. Septrember 1940 zum Tode.

 

Audiofiles

  1. Der Fall Vollenweider: Die letzte Hinrichtung in der Schweiz. Audio: Yanik Probst

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