Die Asylunterkunft in Baar entsteht in der Obermühle

Kanton Zug vergibt Bau einer Asylunterkunft erstmals öffentlich

Blick in eine Asylunterkunft in einer Zivilschutzanlage (Archivbild).

Im Zentrum von Baar soll bis im Herbst 2016 eine Asylunterkunft für rund 100 Asylsuchende gebaut werden. Nach einer öffentlichen Ausschreibung erteilte der Kanton Zug der Hotz Obermühle AG den Zuschlag. Bundesratskandidat Thomas Aeschi, Vorstandsmitglied der SVP Baar, wehrte sich in einem Leserbrief gegen das Asylzentrum - und ist deshalb in ein Strafverfahren involviert.

Es war das erste Mal, dass der Kanton eine öffentliche Ausschreibung gemäss Submissionsrecht für eine Asylunterkunft publiziert hatte. Den Zuschlag erhalten hat die Hotz Obermühle AG. Sie besitzt ein geeignetes Grundstück in Baar und wird darauf einen entsprechenden Neubau planen und realisieren.

Sobald eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt, soll mit dem Bau von 17 Wohnungen in einem dreigeschossigen Gebäude begonnen werden. Eine Wohnung soll Platz für mindestens sechs Personen bieten, wodurch Wohnraum für insgesamt 102 Personen entsteht. Im Herbst 2016 sollen die Wohnungen bezugsbereit sein.

Bundesratskandidat Aeschi gegen Asylunterunterkunft

Das Projekt gab bereits zu reden. Die SVP Kanton Zug wehrt sich seit Längerem gegen die Pläne. Sie hatte Kenntnis erhalten von der Bauanfrage, die - im Gegensatz zu einem Baugesuch - vertraulich zu behandeln ist.

Der Gemeinderat von Baar hat deshalb eine Strafanzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung gegen unbekannt eingereicht. In den Fall involviert ist auch Bundesratskandidat Thomas Aeschi, Vorstandsmitglied der SVP Baar. Er hatte sich Ende August in einem Leserbrief in der "Neuen Zuger Zeitung" sehr deutlich gegen das geplante Asylzentrum ausgesprochen und den Gemeinderat aufgefordert, sich "aktiv gegen noch mehr Asylanten einzusetzen".

Offen ist, wer dafür verantwortlich ist, dass die Bauanfrage für das geplante Asylzentrum in Baar an die Öffentlichkeit gekommen ist. Die Zuger Strafverfolgungsbehörden haben dafür nun eigens eine Staatsanwältin eingesetzt.

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