Stanserhorn-Unglück: Urteil gefällt

Oberrichter verurteilen Sicherheitsverantwortlichen der Stanserhorn-Bahn wegen fahrlässiger Tötung

Bei den Arbeiten an der Cabrio-Bahn starb 2012 ein Baggerfahrer wegen einer Lawine.

Während Bauarbeiten an der Cabrio-Bahn am Stanserhorn im Kanton Nidwalden kam es vor vier Jahren zu einem tödlichen Unfall. Ein 33-jähriger Baggerführer starb, nachdem sein Fahrzeug von einer Lawine erfasst worden war.

Geldstrafe von rund 24'000 Franken

Der Sicherheitsverantwortliche der Stanserhorn-Bahn wurde nun vom Nidwaldner Obergericht wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Er erhält eine bedingte Geldstrafe von rund 24'000 Franken bei einer Bewährungsfrist von zwei Jahren. Der Beschuldigte hatte einen Freispruch verlangt. Dem Sicherheitsverantwortlichen der Bahn sei die gefährliche Lawinensituation zur Zeit des Unfalls bekannt gewesen, erklärte Obergerichtspräsident Albert Müller bei der mündlichen Urteilsverkündung. Dieser sei unvorsichtig gewesen und habe es unterlassen, die Arbeiter rechtzeitig und adäquat zu informieren.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Das Urteil des Nidwaldner Obergerichts kann noch weitergezogen werden. Die Stanserhorn-Bahn werde zusammen mit dem Mitarbeiter nun auf die schriftliche Urteilsbegründung warten, sagte Heinz Keller, Verwaltungsratspräsident der Stanserhorn-Bahn, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Erst dann werde über einen allfälligen Weiterzug des Urteils ans Bundesgericht entschieden. Das Nidwaldner Obergericht beriet das tödliche Lawinenunglück am Stanserhorn von 2012 zum zweiten Mal. Das Bundesgericht hatte im Juli 2015 den ersten Schuldspruch gegen den Sicherheitsverantwortlichen wegen fahrlässiger Tötung mangels ausführlicher Begründungen aufgehoben.

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