Luzern verstärkt Kampf gegen Wirtschaftskriminalität

Im Schappe-Center in Kriens gibt es eine neue Abteilung mit fünf zusätzlichen Staatsanwälten

Daniel Burri, Oberstaatsanwalt des Kantons Luzern

Die neue Abteilung der Luzerner Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Wirtschaftsdelikten kommt ins Schappe-Center nach Kriens. Die vier bisherigen und fünf neuen Staatsanwälte nehmen ihre Arbeit diesen Juli auf. Diese neue Abteilung sei enorm wichtig, sagte Oberstaatsanwalt Daniel Burri an einer Medienkonferenz. So könne man die Wirtschaftsdelikte effizenter bekämpfen.

30 Prozent mehr Wirtschaftsdelikte

Die Anzahl der Wirtschaftsdelikte ist seit 2010 bis Ende 2014 im Kanton Luzern um 30 Prozent gestiegen, steht im Jahresbericht der Luzerner Staatsanwaltschaft. Diverse Gründe seien dafür verantwortlich. Unter anderem mehr Strafanzeigen, neue Strafbestimmungen, umfangreiche Teilnahmerechte der Parteien, das Aussageverhalten der beschuldigten Personen, tiefe Bankzinsen und tiefe Unternehmenssteuern. Die Staatsanwaltschaft war mit den bisherigen Personalressourcen und ohne umfassend geschultes Personal im Finanz- und Rechnungswesen nicht mehr in der Lage, der Entwicklung im Bereich der Wirtschaftskriminalität entgegenzuwirken. 

Fachwissen statt Parteibuch

Wie Daniel Burri gegenüber Radio Pilatus sagte, müssen die fünf noch zu wählenden Staatsanwälte nicht wie üblich einer politischen Partei angehören. Dies, weil sie vor allem Spezialwissen in den Bereichen Finanzen und Rechnungswesen mitbringen müssen.

Über 50'000 registrierte Fälle insgesamt

An der Medienkonferenz teilte die Luzerner Staatsanwaltschaft weiter mit, dass sie im vergangenen Jahr über 50‘000 neue Fälle registrierte. Das sind nochmals drei Prozent mehr als 2014 und damit ein neuer Rekord. Noch nie hat die Luzerner Staatsanwaltschaft so viele neue Fälle aufgenommen, wie im vergangenen Jahr.

Viele Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz

Vor allem die Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz haben 2015 mit über 30‘000 Fällen nochmals um 15 Prozent zugenommen. Dies sind vor allem Bussen, welche die Leute nicht zahlen und so dann bei der Staatsanwaltschaft landen. Dank technischen Hilfsmitteln können diese Fälle neu viel einfacher abgehandelt werden, so Burri weiter. Auch dank diesem technischen Fortschritt konnten im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 50‘000 Fälle bei der Luzerner Staatsanwaltschaft abgeschlossen werden.

Die Luzerner Staatsanwaltschaft beschäftigte im vergangenen Jahr 147 Personen. Der Frauenanteil lag bei 57 Prozent.

Audiofiles

  1. Luzern verstärkt Kampf gegen Wirtschaftskriminalität. Audio: Sämi Deubelbeiss
  2. Luzerner Staatsanwaltschaft registrierte 2015 erstmals über 50'000 Fälle. Audio: Sämi Deubelbeiss

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