Was bedeuted das JA zur 2. Gotthard-Röhre?

Politexperte Olivier Dolder erklärt das Abstimmungsresultat

Der Bau des Gotthard-Strassentunnels erfolgte von 1970 bis 1980

Am Sonntag entschied das Schweizer Stimmvolk: JA es wird eine zweite Röhre gebaut beim Gotthard-Strassentunnel. Diese soll während der Sanierungsphase des bestehenden Tunnels in Betrieb genommen werden um so die Anbindung des Tessins und auch den Verkehrsfluss zu sichern. Nach der Sanierung soll in jeder Röhre einspurig gefahren werden können. Und nur einspurig. Das behaupten zumindest die Befürworter der zweiten Röhre. So erhöhe sich die Sicherheit und auch der Verkehrsfluss sei verbessert. Die Gegner jedoch behaupten, es sei nur eine Frage der Zeit bis der Druck auf die Schweiz wachse, die beiden Gotthard-Röhren voll aufzumachen und auf vier Spur auszubauen.

Olivier Dolder, Politexperte bei Interface Politikstudien Luzern sagt jedoch, dass dies ohne weiteres gar nicht möglich ist. Eine Ausweitung auf mehr als zwei Spuren widerspreche der Verfassung (Alpenschutz-Initiative) und könne nicht einfach so durchgesetzt werden. Es benötigt eine Volksabstimmung für die Öffnung weitere Spuren. Klar sei, dass sich zum Zeitpunkt der Eröffnung der zweiten Gotthardröhre, was frühestens 2027 der Fall sein wird, das Ansehen des Verkehrs geändert haben wird. Wenn das Schweizer Stimmvolk zu diesem Zeitpunkt dann die Meinung habe, man müsse den Gotthard öffnen, dann wird sich mit einer Volksabstimmung zeigen, ob das der Wille des Schweizer Volkes ist oder nicht. Klar ist, ohne die Zustimmung des Volkes geht gar nichts.

Audiofiles

  1. Politexperte Olivier Dolder mit einer Einschätzung zum JA der zweiten Gotthardröhre. Audio: Philipp Breit

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