Genossenschaftssiedlung Industriestrasse ist auf Kurs

Die Stadt Luzern und die Wohnbaugenossenschafter stehen kurz vor dem Abschluss des Baurechtsvertrags

Bleibt langfristig erhalten: Das alte Käselager an der Industriestrasse 9 gilt gemäss dem kantonalen Bauinventar als erhaltenswert Bleibt langfristig erhalten: Das alte Käselager an der Industriestrasse 9 gilt gemäss dem kantonalen Bauinventar als erhaltenswert Bleibt langfristig erhalten: Das alte Käselager an der Industriestrasse 9 gilt gemäss dem kantonalen Bauinventar als erhaltenswert

Die neue Genossenschaftsüberbauung an der Industriestrasse in der Stadt Luzern ist einen wichtigen Schritt weiter. Die beteiligten Wohnbaugenossenschaften und die Stadt Luzern stehen kurz vor der Unterzeichnung des Baurechtsvertrages.

Wenn das Luzerner Stadtparlament am 21. April 2016 dem Baurechtsvertrag zustimmt, dann werden an der Industriestrasse schon bald die Bagger auffahren. Für rund 11 Millionen Franken soll die Stadt Luzern den 5 beteiligten Wohnbaugenossenschaften ein Baurecht für die nächsten 80 Jahre einräumen. 

Die Verhandlungen bis dahin seien nicht immer einfach gewesen, sagte Bruno Koch, Geschäftsführer der allgemeinen Baugenossenschaft Luzern: Durch den nicht verhandelbaren Baurechtszins habe man schmerzhafte Abstriche machen müssen. Wegen der angespannten finanziellen Lage der Stadt Luzern habe es beim Baurechtszins leider keinen Spielraum gegeben, räumte Luzerns Baudirektorin Manuela Jost ein. Die Verhandlungen seien aber stets fair und Augenhöhe verlaufen.

Die neue Überbauung ist ein Gemeinschaftswerk von 5 Stadtluzerner Wohnbaugenossenschaften. Sie umfasst rund 150 gemeinnützige Wohnungen und Gewerbeflächen für rund 150 Arbeitsplätze. Die Bauarbeiten beginnen frühestens in drei Jahren und dauern bis 2024. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 90 Millionen Franken.

Ein ambitioniertes Ziel

100 neue Wohnungen pro Jahr – die Stadt Luzern will beim gemeinnützigen Wohnungsbau vorwärts machen. Bis ins Jahr 2037 soll der Anteil der gemeinnützigen Wohnungen gemessen am gesamten Wohnungsbestand auf 16 Prozent erhöht werden. So lautet das Ziel der städtischen Wohnraumpolitik.

In den vergangenen beiden Jahren seien schon rund 150 neue gemeinnützige Wohnungen entstanden, schrieb die Luzerner Stadtregierung im Februar 2016 in der Antwort auf einen Vorstoss aus dem Stadtparlament. Zwei Jahre nach Festlegung des Fahrplans wollten Stadtparlamentarier seitens FDP, SP und Grüne von der Stadtregierung wissen, ob dieser Fahrplan eingehalten werden könne. "Wir sind uns bewusst, dass es sich um anspruchsvolles Ziel handelt", meinte Baudirektorin Manuela Jost damals auf Anfrage von Radio Pilatus.

Man sei auf eine gute Zusammenarbeit mit Wohnbaugenossenschaften und Liegenschaftsbesitzer angewiesen, so Jost weiter. Diesbezüglich hätte man nebst der Industriestrasse auch schon bei anderen Gebieten Teilerfolge erzielt. So sei beim Areal der oberen Bernstrasse die Vergabe abgeschlossen. Die gemeinnützigen Wohnungen würden nun durch Wohnbaugenossenschaften realisiert.

Stadt klärt weitere Potenziale ab

Laut eigener Zielsetzung  muss es in der Stadt Luzern bis ins Jahr 2037 rund 2‘300 zusätzliche gemeinnützige Wohnungen geben. Dazu muss die Stadt Luzern auf eigenen Grundstücken rund 1‘000 neue gemeinnützige Wohnungen bauen, so zum Beispiel an der oberen Bernstrasse und an der Eichwaldstrasse. Weitere Standorte, darunter auch die städtischen Areale Längweiher 3, Rönnimoos und Vorderruopigen, werden derzeit in Machbarkeitsstudien überprüft.

Audiofiles

  1. Baurechtsvertrag Genossenschaftssiedlung Industriestrasse. Audio: David von Moos

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