Fall Malters: Frau war psychisch krank

Sendung "Rundschau" berichtet von paranoider Schizophrenie

Grosseinsatz der Luzerner Polizei in Malters.

Im Fall Malters, bei dem sich Anfang Monat eine 65-jährige Frau das Leben nahm, sind neue Details bekannt. Laut der „Rundschau“ des Schweizer Fernsehens litt die Frau unter paranoider Schizophrenie und war bereits zweimal in die Psychiatrie eingeliefert worden. Mit Zustimmung des Sohnes hatte die „Rundschau“ Einblick in die Krankengeschichte der Frau erhalten.

Im Raum steht die Frage, ob der Polizeigrosseinsatz unverhältnismässig war und die Frau indirekt zum Suizid trieb. Der Luzerner Justizdirektor Paul Winiker sagte gestern Abend in der „Rundschau“, dass der Einsatz für die Polizeibeamten gefährlich gewesen sei: "Meine Leute haben ihr Leben riskiert. Es war nicht nur für die Frau gefährlich, auch für die Polizisten." Man habe nicht nur "ein paar Hanfpflanzen", sondern auch Waffen gefunden. Dies beweise, dass es hier um organisierte Kriminalität gegangen sei.

Winiker stellte auch die Frage in den Raum, wieso der Sohn als Vormund seine kranke Mutter in diese Wohnung mit der Hanfplantage gebracht hat: "Wie kann er seiner Mutter eine Waffe geben, wenn er doch deren Vormund ist."

Die Luzerner Staatsanwaltschaft gab bereits vorgestern bekannt, dass ein ausserordentlicher Aargauer Staatsanwalt den Fall Malters untersucht. Der Anwalt des Sohnes der Verstorbenen reichte zudem Anzeige wegen Amtsmissbrauch und fahrlässiger Tötung ein. Die Strafanzeige richtet sich gegen den Polizeikommandanten Adi Achermann, gegen Angehörige eines Fachdienstes für Sondereinsätze sowie gegen Unbekannt, wie die Luzerner Staatsanwaltschaft vorgestern mitteilte.

Der Sohn selber sitzt derzeit im Gefängnis. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen Drogenhandels.

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