Der "Boss vom Bosporus" versteht keinen Spass

Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sind belastet

Kritik an Präsident Erdogan gilt in der Türkei fast schon als Tabu. Die einheimischen Medien bekommen das schon lange zu spüren. Jetzt versucht die türkische Regierung, auch über die Landesgrenzen hinaus Einfluss auf Berichterstattung zu nehmen.

Journalisten in Handschellen, Tränengas gegen Demonstranten und ein sich in Rage redender "Boss vom Bosporus" alias Präsident Erdogan. Dazu die Klänge von Nenas Superhit "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" und Textzeilen wie: "Ein Journalist, der irgendwas verfasst, was Erdogan nicht passt, ist morgen schon im Knast."

Was in Deutschland als ganz normale Satire gilt, kann in der Türkei auch schon mal als Majestätsbeleidigung aufgefasst werden. Die türkische Regierung fand den zweiminütigen Videoclip über Erdogan, der am 17. März in der NDR-Sendung "extra 3" ausgestrahlt wurde, jedenfalls gar nicht witzig und bestellte den deutschen Botschafter ein. Nach Angaben aus türkischen Diplomatenkreisen verlangten die Türken gar einen Stopp der weiteren Verbreitung des Films.

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