Fall Malters: Strafanzeige gegen Luzerner Polizei

Untersuchung wegen Amtsmissbrauch und fahrlässiger Tötung

Grosseinsatz der Luzerner Polizei in Malters.

Anfang März hatte sich eine 65-jährige bewaffnete Frau in einer Wohnung in Malters verschanzt und weigerte sich diese zu verlassen. Während 17 Stunden versuchte die Luzerner Polizei erfolglos mit der Frau zu verhandeln. Als die Wohnung schliesslich gestürmt wurde, fand die Polizei die Frau tot im Badezimmer. Nun wurde gegen die Polizei eine Strafanzeige eingereicht. 

Wie die Luzerner Staatsanwaltschaft mitteilt, hat der Anwalt des Sohnes der Verstorbenen Anzeige wegen Amtsmissbrauch und fahrlässiger Tötung eingereicht. Die Strafanzeige richtet sich gegen den Polizeikommandanten Adi Achermann, gegen Angehörige eines Fachdienstes für Sondereinsätze sowie gegen Unbekannt. Wie Paul Winiker, Vorsteher des Justiz und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern, gegenüber Radio Pilatus bestätigte, wird ein ausserordentlicher Staatsanwalt aus dem Kanton Aargau die Ermittlungen führen. 

Weitere Untersuchungen

Aufgrund der Strafanzeige gegen den Polizeikommandanten eröffnete das Justiz- und Sicherheitsdepartement auch eine Administrativuntersuchung. Laut Paul Winiker soll diese aufzeigen, ob von der Polizei beim Einsatz in Malters Dienstbefehle, Weisungen und Richtlinien auch korrekt eingehalten wurden. In den kommenden Tagen soll eine externe Person mit der Untersuchung beauftragt werden. 

Audiofiles

  1. Fall Malters: Happige Vorwürfe an die Polizei. Audio: Caspar van de Ven
  2. Aargauer Staatsanwalt nimmt im Fall Malters Luzerner Polizei unter die Lupe. Audio: Caspar van de Ven, Radio Pilatus AG

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