Zuger Regierung plant neues Sparpaket

"Finanzstrategie 2017-2025" soll Zuger Staatshaushalt ins Gleichgewicht bringen

Nicht nur die Stadt, sondern der ganze Kanton Zug wird einem Sparpaket unterzogen

Der Kanton Zug war (und ist) jahrelang für seine sehr guten Finanzen und die prall gefüllten Kassen bekannt. Doch es ziehen dunkle Wolken auf am Zuger Finanzhimmel. Das Entlastungsprogramm 2015-2018 ist noch nicht einmal beendet, schon plant der Regierungsrat das nächste Sparpaket. Sogar eine Steuererhöhung steht zur Diskussion.

Selbst mit dem laufenden Sparprogramm 2015-2018 gibt der Kanton Zug noch 80 bis 100 Millionen Franken pro Jahr zu viel aus. Werden nicht weitere Massnahmen ergriffen, sieht es für die Zuger Finanzen düster aus. Wie Finanzdirektor Heinz Tännler sagt, dürfte das jährliche Defizit weiter wachsen. 2025 würde es bereits 178 Millionen betragen.

Das Eigenkapital - einst stattliche 1,3 Milliarden Franken - wäre bereits im Jahr 2020 aufgebraucht, die Liquidität gleich null. "Wir haben nach wie vor ein strukturelles Problem", sagte Tännler. "Das dürfen wir nicht der nächsten Generation überlassen."

Wie weiter?
Helfen soll ein weiteres Sparprogramm, die "Finanzstrategie 2017-2025". "Wir haben noch nicht genug gespart", sagte Tännler weiter. "Es gibt noch Luft." Wo dies sein soll, ist noch nicht definiert. Nach den Sommerferien würden alle Leistungen erneut überprüft. Tabus gebe es keine. Wurde bisher nach dem Prinzip der "Opfersymmetrie" gespart, also dass es allen ein bisschen weh tut, soll nun rigoroser gestrichen werden.

Ob mit diesem Sparpaket so tatsächlich weitere 80 bis 100 Millionen Franken gespart werden können, ist allerdings unklar. "Einen solch grossen Betrag zu kürzen, ist nicht einfach, selbst wenn der Wille bei der Verwaltung da ist." Tännler erwägt im Notfall deshalb auch eine Steuererhöhung. Könne bei der Ausgabenseite nichts mehr gekürzt werden, müsse man über höhere Steuern reden. "Da müssen wir realistisch sein." Wichtig sei aber, dass Zug national und international konkurrenzfähig bleibe.

Audiofiles

  1. Zuger Regierung stellt neues Finanzsparpaket vor. Audio: Philipp Breit

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