Wirtschaft: Produktion gerät zunehmend unter Druck

Produkte werden immer häufiger im Ausland hergestellt

Peter Schildknecht, CEO CPH Chemie + Papier Holding AG Verwaltungsgebäude der CPH in Perlen (LU) CPH und Perlen Papier AG

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  1. Schweizer Franken setzt Zentralschweizer Produzenten unter Druck. Audio: Yanik Probst

Starker Schweizer Franken, hohe Kosten für Personal, teures Material. Kurz gesagt: Die Schweiz ist zu teuer. So antworten Unternehmen auf die Frage, weshalb sie ihre Produktion ins Ausland verlagern. Aber ist die Schweiz wirklich so unattraktiv für Produktionsfirmen? Wie sieht es in Zukunft aus? Radio Pilatus hat nachgefragt.

Immer mehr Firmen in der Schweiz und auch der Zentralschweiz verlagern ihre Produktion ins Ausland. Jüngstes Beispiel: Der Lifthersteller Schindler mit Sitz in Ebikon streicht 120 Stellen, die Produktion wird ins Ausland verlagert. Begründet werden diese Massnahmen immer gleich: Die Schuld tragen der Schweizer Franken und der hohe Aufwand für Personal und Material.

Peter Schildknecht ist CEO der CPH Chemie + Papier Holding AG in Perlen. Dazu gehört auch die Perlen Papier AG. Auch die CPH verlagerte in den vergangenen Jahren Teile ihrer Produktion ins Ausland. 

«Kosten in Schweizer Franken, Einnahmen in Euro»

Der starke Franken macht dem Unternehmen zu schaffen. Peter Schildknecht erklärt das Problem: «Mehr als die Hälfte der Kosten der CPH fallen in der Schweiz in Franken an. Auf der anderen Seite werden mehr als 80 Prozent der Produkte im Ausland verkauft. Hauptsächlich in Europa. Sprich: Kosten in Franken, Einnahmen in Euro. Ist der Schweizer Franken nun aber um beispielsweise 15 Prozent überbewertet, sind auch die Erträge um 15 Prozent kleiner.»

Produktion möglichst Nahe beim Kunden

Im vergangenen Jahr hat die CPH eine Produktionsanlage für Verpackungsmaterial in Shanghai, China, eröffnet. Der Grund dafür ist ganz einfach. Rund 20 Prozent des Umsatzes erzielt die CPH mit Kunden in China, so Peter Schildknecht. Nur so könnten sich mehrheitlich internationale Unternehmen auf dem Markt durchsetzen und andere grosse Kunden halten.

Dienstleistung löst Produktion ab

Nahe beim Kunden im Ausland heisst aber auch weit weg von der Schweiz. Die Arbeitsplätze in der teuren Schweiz kommen unter Druck. Das betrifft vor allem die Produktion. Dieser Trend werde sich in den nächsten Jahren noch verstärken, meint Peter Schildknecht: «Bei den Arbeitsplätzen gibt es eine Veränderung der Berufstätigkeiten. Es werden in der Schweiz mittel- und langfristig höherwertige Arbeitsplätze entstehen. Einfache und repetative Aufgaben werden vermehrt ins Ausland verlagert.»

In der Schweiz gibt es künftig also weniger Fliessbandarbeit in Fabriken, dafür mehr Dienstleistungsstellen. Es wird also etwa mehr gute IT- oder Unterhaltsexperten brauchen.

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