Stadt Luzern: Neue Massnahmen gegen den Verkehrskollaps

Mit Dosieranlagen und Busspuren kämpfen die Behörden gegen Verkehrsprobleme

Die neue Busspur auf der Pilatusstrasse in Luzern Verkehrsentwicklung in der Region Luzern während den vergangen Jahrzehnten Der 1er-Bus der vbl. Übersicht über die verkehrsentlastenden Massnahmen in der Stadt Luzern.
Schwarz = bereits bestehende Massnahmen
Blau = Geplante Massnahmen bis 2018
Rot = Zusätzliche Massnahmen Die Spitalstrasse in Luzern. Verkehrschaos in der Stadt Luzern: Der tägliche Stau am Schwanenplatz.

In der Stadt Luzern soll der Verkehr flüssiger werden. Dazu will die Stadt auf ihren Strassen im Rahmen des Gesamtverkehrskonzepts ab 2017 verschiedene Massnahmen realisieren.

Elf neue Massnahmen sollen mithelfen, den drohenden Verkehrskollaps zu verhindern. Dies teilte die Stadt Luzern am Dienstag mit. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Ampeln zur Dosierung des Verkehrs. Dies überall dort, wo der in die Hauptstrassen einmündende Quartierverkehr den Verkehrsfluss behindert. In einem ersten Schritt sollen die Wesemlinstrasse, die Gesegnetmattstrasse, die Libellenstrasse und am Grenzweg/Kanonenstrasse Lichtsignalanlagen installiert werden.

Dosierung nur während Stosszeiten

Die Zufahrten zu den Hauptstrassen sollen nur von 7 bis 8 Uhr und von 17 bis 19 Uhr dosiert werden. Aber nur dann, wenn dies aufgrund der Gesamtverkehrslage in der Innenstadt erforderlich ist. "Sollte sich zeigen, dass diese Massnahmen nicht genügen, könnten in einem zweiten Schritt auch die Brunnhalde, die Kaspar-Kopp- und die Schachenstrasse mit Dosierungsanlagen versehen werden", liessen die Behörden verlauten.

Insbesondere soll auch der öffentliche Verkehr schneller und damit attraktiver werden. Dazu will die Stadt Luzern auf ihren Strassen im Rahmen des Gesamtverkehrskonzepts verschiedene Massnahmen realisieren. Vorgesehen sind neue Busspuren und Busschleusen. 

Auf Umwegen zum Ziel

Mehr Platz für die Busse soll es auf Dreilindenstrasse geben. Da die Platzverhältnisse aber keinen Spurausbau zulassen, müsste die Verkehrsführung zeitweise geändert werden. Ab der Verzweigung Abendweg sollen stadteinwärts verkehrende Autos künftig über den unteren Abendweg und die Adligenswilerstrasse umgeleitet werden. Die Spur stadteinwärts stünde künftig nur noch Bussen, Velos und den Autos der Anwohner offen. 

Verbesserungen soll es auch auf der Buslinie 14 der VBL geben. Um die Fahrzeit im Abschnitt Grosshof/ Eichhof zu verringern, soll die Linie künftig in beiden Richtungen über die Arsenalstrasse geführt werden. Dazu müsste die Arsenalstrasse in eine Einbahnstrasse umfunktioniert werden. Autos würden dann nur noch stadtauswärts zugelassen.

Stadt behält sich weitere Massnahmen vor

Sollten die Massnahmen des Gesamtverkehrskonzeptes nicht die gewünschte Wirkung zeigen, behält sich die Stadt vor, in einer zweiten Phase die Einfahrt in die Hirschmattstrasse während der Stosszeiten für Autos zu sperren. Dadurch liesse sich die Situation für den Busverkehr wesentlich verbessern.

Für alle Massnahmen rechnet die Stadt Luzern mit Kosten von total rund 2,5 Millionen Franken. Über den entsprechenden Kredit befindet das Stadtparlament im Juni. Umgesetzt werden sollen die Massnahmen in den nächsten zwei Jahren.

Weniger Staus und mehr Mobilität: Dies sind die Ziele des Gesamtverkehrskonzepts Agglomerationszentrum Luzern, das die Stadt Luzern, der Kanton Luzern, der Verkehrs-verbund Luzern und der Gemeindeverband LuzernPlus gemeinsam erarbeitet haben. Bis 2020 soll der Autoverkehr während den Stosszeiten am Morgen und am Abend um fünf Prozent reduziert werden (Radio Pilatus berichtete). Nebst dem Gesamtverkehrskonzept beschäftigt sich auch das Agglomerationsprogramm Luzern mit der künftigen Verkehrsentwicklung (wir berichteten).

Audiofiles

  1. Gesamtverkehrskonzept der Stadt Luzern. Audio: David von Moos

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