Berufsfischer Vierwaldstättersee haben Existenzängste

Der See leide unter den zu tiefen Phosphor-Werten

Die Berufsfischer auf dem Vierwaldstättersee leiden unter immer tieferen Fangzahlen

Die Berufsfischer auf dem Vierwaldstättersee leiden seit Jahren unter immer tieferen Fangzahlen. Es werde mittlerweile so wenig Fisch gefangen, dass die Berufsgattung Fischer auf dem Vierwaldstättersee am Aussterben sei. Viele von ihnen haben Existenzängste. Schuld daran sind in den Augen der Berufsfischer die zu tiefen Phosphorwerte.

Als in den 1960er und 70er-Jahren der Vierwaldstättersee mit 32g Phosphor pro Kubikliter Wasser erreichte, war dies der Höchstwert. Die Berufsfischer selber alarmierten damals, dass der See an einer Überdungung leiden könnte, die Phosphor-Werte zu hoch seien. Und nun, 40 Jahre später sind es erneut die Berufsfischer, welche vor den Phosphor-Werten warnen. Dieses mal aber vor den zu tiefen Werten! Warum denn das? Wenn man die Statistik der Fangzahlen und der Phosphor-Werte vergleicht, so stellt man fest, dass die Fangzahlen im gleichen Schritt sinken, wie die Phosphor-Werte abnehmen. Heisst: weniger Phosphor, weniger Fische! Phosphor ist ein lebenswichtiger Nährstoff und ist die Grundlage für die biologische Nahrungskette in einem See.

Kläranlagen könnten dem Problem entgegenwirken
Phosphor gelangt unter anderem über Abwasser in den Vierwaldstättersee. Kläranlagen, welche das gereinigte Abwasser wieder in den See fliessen lassen, sind gesetzlich dazu verpflichtet, mindestens 80% Phosphor aus dem Abwasser heraus zu waschen. Grösstenteils werden bei den Kläranlagen jedoch Werte von weit über 90% erreicht. Und dies wiederum verursacht den Phosphormangel im Vierwaldstättersee. Denn auch die natürlichen Produzenten wie Wiesen, Moore oder auch Flussdeltas können nicht mehr genügend Phosphor herstellen.

Was fordern die Berufsfischer?
Nach Meinung der Berufsfischer würde es für die Erholung und Stabilisierung der Fischbestände im Vierwaldstättersee ausreichen, wenn die Kläranlagen sich an den 80%-Wert halten würden, diesen jedoch nicht überschreiten. Somit würden dem See die notwendigen Phosphorstoffe wieder zugefügt und die Fischbestände könnten sich erholen. Ob diese Anpassung jedoch zum gewünschten Erfolg führt, ist unklar. Deshalb soll der Vierwaldstättersee einer von drei Seen in der Schweiz sein, in welchem ein entsprechendes Pilotprojekt durchgeführt wird. In der Hoffnung, die Fischbestände erholen sich und die Berufsgattung Berufsfischer müssten sich auf dem Vierwaldstättersee keine Existenzängste mehr machen.

Phosphor ist ein Stoff, welcher auch in menschlichen Körpern vorhanden ist. Eine Erhöhung der Werte im Vierwaldstättersee würde für den Menschen keinerlei Gefahr darstellen. In den kommenden Wochen wollen die Berufsfischer nun auf den Kanton zugehen, um ein allfälliges Projekt zu besprechen.

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