Psychische Probleme werden immer häufiger

Arbeitnehmer müssen ihre Angestellten unterstützen

Ein gutes Arbeitsklima hilft, dass die Mitarbeiter gesund bleiben (Symbolbild)

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  1. Stress bei der Arbeit und moderne Technik stellen unsere Gesundheit bei auf die Probe. Audio: Yanik Probst

Immer mehr Menschen haben unter anderem wegen ihrer Arbeit nicht mehr nur physische sondern auch psychische Beschwerden. Wo früher vor allem Rücken- oder Gelenkschmerzen ein Thema waren, beschäftigen die Angestellten heute immer mehr auch psychische Beschwerden. In Nottwil haben sich deshalb am Donnerstag Unternehmer mit Gesunheits-Experten über Lösungen unterhalten.

Jeder hat es selbst schon erlebt oder kennt jemanden den es getroffen hat: Der Büroangestellte der wegen dem vielen krummen Sitzen vor dem Computer Rückenschmerzen hat oder der Bauarbeiter der vom vielen schuften Gelenkschmerzen hat. Immer häufiger leiden die Menschen aber auch an psychischen Beschwerden. Ein Hauptgrund dafür ist der Stress und Druck der auch in der Arbeitswelt zugenommen hat.

Burnouts sind heute fast schon an der Tagesordnung. Die Gründe: Zeitdruck, Produktionsdruck, lange Arbeitstage und das immer erreichbar sein. Das bestätigt auch Urs Näpflin, Fachleiter betriebliches Gesundheitsmanagement bei der SUVA. Wegen den Smartphones und Tablets sei heute jeder praktisch 24 Stunden am Tag erreichbar. Abschalten ist praktisch nicht mehr möglich. Näpflin und andere Gesundheitsexperten haben sich deshalb am Donnerstag im Paraplegiker Zentrum in Nottwil getroffen um zusammen mit Unternehmer über dies Probleme zu diskutieren und Lösungen zu finden.

Das Handy einfach mal ausschalten

Grosses Thema war dabei die Modernisierung und Digitalisierung. Eben die Erreichbarkeit rund um die Uhr. Urs Näpflin von der SUVA empfiehlt deshalb, dass das Handy zu Hause einfach mal abgestellt oder weggelegt werden soll. So könne ein gewisser Stress zumindest ausserhalb des Büros gemindert werden.

Neben dem Stress durch die moderne Technik fehle es auch vielen an einem Ausgleich zur Arbeit. Sport, Musik oder andere Hobby's seien ebenfalls sehr wichtig um nicht plötzlich psychische Probleme zu haben. Denn der Ausgleich, auch wenn ebenfalls anstrengend, lüftet den Kopf und ist so eine Erholung, sagt Näpflin weiter.

Auch der Chef ist gefordert

Ganz alleine können die Angestellten dem zunehmenden Druck und Stress aber nicht entgehen. Auch die Chefs haben deshalb eine gewisse Pflicht. Max Renggli ist CEO des Hausbau-Unternehmens Renggli AG in Sursee. Auch er sieht sich und andere Chefs in der Pflicht. Beispielsweise sollte der Areitsplatz so gestaltet sein, dass sich der Mitarbeiter wohl fühlt. Helle Räume, Stehpulte, Wasserspender in den Gängen und das wichtigste: Ein gutes Klima untereinander.

Für Max Renggli ist das Verhältnis der Mitarbeiter untereinander enorm wichtig. Fühlen sich die Mitarbeiter untereinander wohl und verstehen sich, so ist es eine zusätzliche Entlastung für sie. So könnten sie auch in einer hektischen Situation besser miteinander zusammenarbeiten oder sich auch gegenseitig unterstützen. Dazu komme, dass sich Mitarbeiter die sich gut verstehen, einander auch bei nicht beruflichen Themen besser helfen können.

Die SUVA empfiehlt zudem, dass Firmen ihre Angestellten auch mit ausserbetrieblichen Tätigkeiten gesund halten sollen. Sei es auch psychischer Ebene mit einem Mitarbeiteranlass oder auf physischer Ebene mit einem Freizeitangebot.

 

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