Türkei: 265 Tote nach Putschversuch

Über 1100 Menschen verletzt worden

Der türkische Präsident Erdogan.

In der Türkei hat ein Teil der Armee gestern Abend versucht, Staatspräsident Erdogan zu stürzen und die Macht zu übernehmen. Bei diesem Putschversuch seien 265 Menschen ums Leben gekommen, teilte die türkische Regierung mit. Ausserdem seien über 1100 Menschen verletzt worden, darunter offenbar auch ein Schweizer, meldet "Blick online". 

Laut Medienberichten kam es in der vergangenen Nacht vor allem in der Hauptstadt Ankara und in Istanbul zu Kämpfen. Unter anderem sei das Parlament in Ankara bombardiert worden, in Istanbul hätten Soldaten an einer Bosporus-Brücke das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet.

Lage unklar

Die Putschisten hatten in der Nacht verkündet, die Macht übernommen zu haben. Inzwischen scheint aber wieder die Regierung die Kontrolle zu haben. Sei gab am Morgen bekannt, es seien rund 1500 Armeeangehörige festgenommen worden, die am Putsch beteiligt gewesen sein sollen. Noch unklar ist, wer genau hinter dem Putschversuch steht.

EDA warnt vor Reisen

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten EDA hat seine Reisehinweise angepasst. Es rät Touristen, sich zwingend an die Anweisungen der Behörden zu halten und mit den Reiseveranstaltern in Kontakt zu bleiben. Weiter hat das EDA eine Hotline eingerichtet unter der Rufnummer 0041 800 247 365. Bis am frühen Morgen gingen rund 160 Anfragen ein, vor allem von Leuten, die keinen Kontakt haben mit Verwandten in der Türkei.

Flüge gestrichen

Verschiedene Fluggesellschaften haben wegen des Putschversuchs Flüge in die Türkei gestrichen. Die Swiss zum Beispiel fliegt vorläufig nicht mehr nach Istanbul. Flüge der Swiss und der Edelweiss Air zu den Feriendestinationen Bodrum, Antalya und Izmir sollen aber bis auf weiteres durchgeführt werden.

 

Audiofiles

  1. Putschversuch in der Türkei - die Einschätzung unseres Korrespondenten in Istanbul. Audio: Andy Hochstrasser

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