Franziska Bitzi soll die Finanzdirektion der Stadt Luzern übernehmen

Die CVP schickt die Stadtparlamentarierin ins Rennen um die Nachfolge von Stefan Roth

Franziska Bitzi nach ihrer Nomination im Interview mit Radio Pilatus Vollbesetzter Saal: Die ausserordentliche Parteiversammlung der CVP der Stadt Luzern im Luzerner Kantonsparlament Pia Maria Brugger Mirjam Fries Caroline Kuhn Der zurückgetretene Luzerner Finanzdirektor Stefan Roth.

Die CVP der Stadt Luzern hat sich entschieden: Franziska Bitzi soll Nachfolgerin des zurückgetretenen Stadtrates und Finanzdirektors Stefan Roth werden. Der Nomination vorausgegangen war ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Parteiversammlung der CVP der Stadt Luzern hat entschieden, wer ins Rennen um den freien Sitz in der Luzerner Stadtregierung geschickt wird. Die 43-Jährige Franziska Bitzi  wurde an der ausserordentlichen Parteiversammlung im Saal des Luzerner Kantonsparlaments definitiv für die Ersatzwahl von Ende November  nominiert.

Im vierten Wahlgang schaffte sie mit 81 Stimmen punktgenau das absolute Mehr. Konkurrentin Pia Maria Brugger unterlag mit 79 Stimmen nur knapp. Von den rund 180 anwesenden Parteimitgliedern im vollbesetzten Saal gingen im vierten Wahlgang 167 gültige Stimmen ein.

Franziska Bitzi freute sich über die Nomination und dankte den Anwesenden für die Stimmen. Sie sei überzeugt, dass sie für dieses Amt die Richtige wäre. „Prosperität und Lebensqualität in der Stadt Luzern liegen mir am Herzen“, so Bitzi.

Andrea Gmür, Präsidentin der CVP der Stadt Luzern, zeigte sich gegenüber Radio Pilatus überzeugt, dass die Partei mit Franziska Bitzi eine gute Wahl getroffen hat: „Sie ist nicht nur eine sehr fähige Kandidatin, sondern auch eine starke Frau.“

Spannende Wahl

Die Entscheidung fiel erst im vierten Anlauf. Vorausgegangen war ab dem zweiten Wahlgang ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Favoritinnen Franziska Bitzi und Pia Maria Brugger.

Im ersten Wahlgang erzielte Franziska Bitzi 56 Stimmen, Pia Maria Brugger 50, Mirjam Fries 51 und Caroline Kuhn neun. Auch im zweiten Wahlgang erzielte Kuhn am wenigsten Stimmen. Sie kam gerade noch auf fünf Stimmen. Damit war Kandidatin Caroline Kuhn draussen: Ab dem zweiten Wahlgang nämlich fiel die Kandidatur mit den wenigsten Stimmen für den folgenden Wahlgang weg.

Im dritten Wahlgang fiel Mirjam Fries aus dem Rennen. Sie erzielte mit 53 Stimmen das schlechteste Resultat. Pia Maria Brugger schaffte 54 Stimmen. Am meisten Stimmen bekam wie schon im ersten und zweiten Wahlgang Franziska Bitzi.

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Die Nomination fand in geheimer schriftlicher Abstimmung statt. Von der im Vorfeld eingesetzten Findungskommission um den ehemaligen Kantonsparlamentspräsidenten und CVP-Politiker Anton Steffen wurden vier aus Sicht der Parteileitung geeignete Kandidatinnen für die Nomination vorgeschlagen.

Diese hatten an der Nominationsveranstaltung je fünf Minuten Zeit, sich den anwesenden Parteimitgliedern persönlich vorzustellen. Den Anfang machte die Staatsanwältin Caroline Kuhn. Die 55-Jährige präsentierte sich als heimatverbundene und weltoffene Volksvertreterin. Dass sie als unbekannt gilt, wertete Kuhn als Vorteil, weil sie politisch unbelastet und auch den Behörden gegenüber unvoreingenommen sei.

Danach trat Pia Maria Brugger ans Rednerpult. Die ehemalige Gemeindeschreiberin und Geschäftsführerin der Gemeinde Ebikon mit Jahrgang 1961 war der Ansicht, dass ihre Erfahrungen in der Verwaltung eine gute Grundlage für die Arbeit in der Luzerner Stadtregierung sei.

Weiter ging es mit Mirjam Fries. Die 52-Jährige, die in Littau aufgewachsen und seit 12 Jahren im Obergütsch wohnt, ist beim Gymnasium Immensee für die Finanzen zuständig. Die Betriebsökonomin machte sich denn auch für gesunde Stadtfinanzen stark. Fries betonte, sie wolle die gute Arbeit des zurückgetretenen Finanzdirektors Stefan Roth weiterführen.

Zum Schluss wandte sich Franziska Bitzi an die Anwesenden. Die 43-jährige Juristin war der Ansicht, es sei von Vorteil, wenn in der Luzerner Stadtregierung eine Rechtsgelehrte sitze. Sie wolle sich als Stadträtin nicht nur für gesunde Finanzen sondern auch für die Werte der CVP einsetzen.

Auf die vier Kandidatinnen folgten diverse Wortmeldungen aus dem Publikum. Die Rednerinnen und Redner waren grossmehrheitlich der Meinung, dass die Findungskommission gut gearbeitet hätte. Man habe hier vier kompetente Frauen, die es alle verdient hätten, für die Ersatzwahl nominiert zu werden.  

Kampfwahl wahrscheinlich

Die Ersatzwahl für den Sitz von Stefan Roth, der an seinem letzten Arbeitstag in der Luzerner Stadtverwaltung von der Parteiversammlung mit viel Applaus verabschiedet wurde, ist am 27. November. Es dürfte allerdings keine Stille Wahl werden. Die SVP will den Sitz nicht kampflos der CVP überlassen und will drei Kandidaten aus den eigenen Reihen in Stellung bringen: Thomas Schärli, Peter With und Urs Zimmermann.

Auch bei der SP stand bisher noch nicht definitiv fest, ob sie mit einer eigenen Kandidatur ins Rennen steigt. Interessenten gäbe es mit SP-Kantonsparlamentarierin Ylfete Fanaj und den SP-Stadtparlamentariern Daniel Furrer und Judith Dörflinger gleich deren drei. Die Genossen wollten aber erst die CVP-Nomination abwarten.

Die definitiven Wahlvorschläge für die Ersatzwahl müssen bis am 26. September eingereicht werden.

Audiofiles

  1. Franziska Bitzi soll für die CVP der Stadt Luzern in die Luzerner Stadtregierung. Audio: David von Moos

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