Zwei Tote bei Helikopter-Absturz am Gotthard

Ursache des Unglücks ist offenbar eine Hochspannungsleitung

Ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee.

Auf der Gotthardpasshöhe ist am Mittwochmittag ein Helikopter der Schweizer Armee abgestürzt. Dabei sind zwei Piloten ums Leben gekommen​. Kurz vor dem Unglück war der Militärhelikopter in eine Hochspannungsleitung geflogen.

Beim abgestürzten Helikopter handelt es sich um einen Super-Puma, bestätigte Luftwaffenchef Aldo C. Schellenberg in Bern vor den Medien. Die beiden Piloten hätten den Absturz in der Nähe des Gotthardhospiz nicht überlebt. Ein Flughelfer sei verletzt ins Spital gebracht worden. Ihm gehe es den Umständen entsprechend gut.

Glück im Unglück

Fast wäre es noch schlimmer gekommen. Das Flugmanöver fand im Rahmen einer Inspektion der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) statt. Vier französische Offiziere und weitere Begleitpersonen aus der Schweiz seien ebenfalls im Helikopter gewesen, hätten den Super-Puma aber kurz vor dem Unglück verlassen.

Die Unfallursache ist nach wie vor unklar, die Militärjustiz ermittelt. Gemäss Armeechef André Blattmann hatte der Helikopter ein Stromkabel touchiert. Ob das aber die Ursache für den Absturz war oder ob es schon vorher Probleme gegeben hatte ist noch unklar.

Im Einsatz stand nebst der Sanität auch die Schweizerische Rettungsflugwacht die mit drei Helikoptern zur Absturzstelle ausrückte, wie ein Rega-Sprecher gegenüber der Nachrichten-Agentur SDA sagte. Die drei Rettungshelikopter flogen von Erstfeld, Locarno und Wilderswil zur Unglücksstelle.

Helikopterflotte wieder im Einsatz

Die Luftwaffe strich nach dem Absturz zunächst alle Trainingsflüge mit dem Super Puma. Inzwischen hat sie diese Sicherheitsmassnahme wieder aufgehoben. Es gebe keinen Hinweis für eine technische Ursache des Absturzes, deshalb müssten die anderen Helikopter nicht mehr am Boden bleiben, so die Luftwaffe.

Mehrere Unfälle beim Militär

Die Schweizer Luftwaffe hat 27 Helikopter, 15 vom Typ Super-Puma und zwölf vom Typ Cougar. Alle Helikopter sind seit dem Ende der 80er-Jahre im Einsatz. Der letzte Unfall mit einem Super-Puma liegt rund fünf Jahre zurück. Damals sind bei einem Absturz im Kanton Uri drei Personen verletzt worden. Unfälle mit dem Super Puma gab es bis jetzt zwei.

Es falle ihm schwer, wenige Wochen seit dem letzten Unglück erneut Opfer beklagen zu müssen, so der sichtlich bewegte Luftwaffenchef vor den Medien. Vor knapp einem Monat war im Sustengebiet ein F/A-18-Kampfjet abgestürzt und der Pilot ums Leben gekommen. 

Audiofiles

  1. Zwei Tote bei Militärhelikopter-Absturz am Gotthard: Was man bis jetzt weiss. Audio: David von Moos
  2. Wohl keine technischen Probleme beim abgestürzten Militärhelikopter. Audio: Andy Hochstrasser

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