In Zug läuft der Prozess gegen 3 Schlägertypen

21-Jährige Mann wurde vor einem Jahr verprügelt, kurz darauf nahm er sich das Leben

Justizia (Symbolbild)

Vor rund einem Jahr haben in der Stadt Zug drei junge Männer einen 21-Jährigen brutal zusammengeschlagen. Nur wenige Tage nach dieser Tat hat sich das Opfer das Leben genommen. Heute begann vor dem Zuger Strafgericht nun der Prozess.

Die Tat ereignete sich im September vergangenen Jahres. Der damals 21-Jährige war gemeinsam mit ein paar Kolleginnen auf der Schützenwiese unterwegs. Mit dabei hatten sie eine Kiste Bier. Sie wurden daraufhin von einer Gruppe junger Männer angesprochen und aufgefordert ihnen ein Bier zu geben. Als das spätere Opfer dies verneinte, begann zuerst ein Handgemenge, diese endete in einer Schlägerei. Der 21-Jährige wurde brutal zusammengeschlagen, mit Faustschlägen und Fusstritten gegen den Körper, aber auch gegen den Kopf. Wenige Tage nach der Tat, nahm sich das Opfer das Leben.

Tat nicht für Selbstmord verantwortlich
Die Staatsanwaltschaft, die Richter und auch die Verteidigung sind jedoch der Meinung, dass die Tat nicht direkt in Zusammenhang mit dem Selbstmord steht. Das Opfer befand sich seit längerem in psychiatrischer Behandlung, hatte zudem eine schwere Krankheit und hat auch bereits vor der Tat Selbstmord-Gedanken geäussert. Die Tat sei für das Opfer vielleicht der Auslöser für den Selbstmord gewesen. Da die mutmasslichen Täter von diesen Umständen und Voraussetzungen jedoch nichts gewusst haben, könne man ihnen keine vorsätzliche Tötung oder Totschlag vorwerfen.

Freiheitsstrafen bis zu 36 Monaten gefordert
Versuchte, schwere Körperverletzung, Angriff, Raufhandel, Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und auch falsche Anschuldigungen. Die Vorwürfe welche die Staatsanwaltschaft den drei mutmasslichen Tätern macht, ist lang. Da nicht abschliessend geklärt werden kann, inwiefern sich die jeweiligen Männer wirklich am Angriff beteiligt haben, fällt die Strafforderung unterschiedlich aus. Einer der beiden 17-Jährigen soll eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten erhalten und zudem eine Busse. Der andere soll eine Freiheitsstrafe von 32 Monaten erhalten und ebenfalls eine Busse aufgebrummt bekommen. Diese beiden sind bereits heute in Pflegeheime untergebracht und sollen auch künftig dortbleiben. Der heute 16-Jährige mutmassliche Täter soll eine Freiheitsstrafe von 9 Monaten erhalten. Alle drei Verdächtigen werden weiterhin psychiatrisch untersucht & begleitet. Dies sind die Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Ob das Strafgericht diesen Forderungen nachkommt, wird sich morgen Dienstag am zweiten und letzten Prozesstag zeigen. Heute wurde einerseits die Anklage durch die Staatsanwaltschaft verlesen, sowie die Plädoyers der Verteidiger gehalten.

Audiofiles

  1. Prozess gegen drei mutmassliche Schläger in Zug. Audio: Philipp Breit

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