Umstrittenes Asylzentrum in Seelisberg kommt nicht

Die Unterbringung von Asylsuchenden im Hotel Löwen ist vom Tisch

Das ehemalige Hotel Löwen in Seelisberg wird nun definitiv nicht zum Asylzentrum

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  1. Das geplante Asylzentrum in der Urner Gemeinde Seelisberg ist vom Tisch. Audio: Fabian Kreienbühl

In der Urner Gemeinde Seelisberg ist die Unterbringung von Asylsuchenden im Hotel Löwen vom Tisch. Dies gab der Kanton nach einer Aussprache bekannt. Wie und wo künftig die Asylbewerber untergebracht werden können, wird in den nächsten Monaten mit den Gemeinden diskutiert.

Im Hotel Löwen werden zukünftig definitiv keine Asylsuchende untergebracht. Das Rote Kreuz wird den Mietvertrag kündigen. Dies gab der Kanton nach einer Aussprache bekannt. Gestern Abend trafen sich in Seelisberg Vertreter der Urner Regierung, der Gemeinde, des Schweizerischen Roten Kreuzes und der Interessensgruppe für vernünftige Asyllösung in Seelisberg am runden Tisch. Ziel war es, die Wogen zu glätten, nachdem im August eine Informationsveranstaltung zu einer vom Kanton geplanten Asylunterkunft im Dorf nach Beschimpfungen an die Adresse von Regierungsrätin Barbara Bär abgebrochen worden war. 

Einigung auf Kompromisslösung
An der Aussprache hätten sich die Teilnehmer auf einen Kompromiss geeinigt, heisst es in einer Mitteilung der Urner Standeskanzlei. Die Unterbringung von Asylsuchenden im Hotel Löwen bleibe sistiert, bis die Gesamtschau zum Asylwesen mit allen Urner Gemeinden abgeschlossen sei. Auf diesen Zeitpunkt hin werde der Mietvertrag durch das Rote Kreuz gekündigt. Die Gemeinde Seelisberg sei im Gegenzug bereit, auch kurzfristig zu Lösungen beizutragen, wenn sich die Lage im Asylwesen verschärfen sollte. Wie viele Asylsuchenden in so einer Situation von der Gemeinde aufgenommen würden, wurde am runden Tisch aber nicht festgelegt.

Dass das Projekt des geplanten Asylzentrums mit rund 60 Asylsuchenden nun vom Tisch ist, ist auch den aktuellen Prognosen zu verdanken, welche nach unten korrigiert wurden. Wenn die Situation so bleibe, habe man im Kanton Uri momentan noch genügend andere Plätze für die Asylsuchenden.

Gesamtüberblick aller Urner Gemeinede als Grundlage für weitere Entscheide
Die Urner Regierung diskutiert derzeit mit den Gemeinden, wie und wo künftig die Asylbewerber im Kanton untergebracht werden können. Ende Februar / Anfangs März soll eine Gesamtschau vorliegen und als Grundlage dienen für weitere Entscheide. Das Gespräch habe in einer sachlichen Atmosphäre stattgefunden, heisst es in der Mitteilung. Nach dem Austausch hätten alle Parteien die Vorfälle als bereinigt angesehen. Sie seien gewillt in die Zukunft zu blicken und für alle tragbare Lösungen anzustreben. Die Debatte habe viel zum gegenseitigen Verständnis beigetragen und Vertrauen aufgebaut.

 

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