Atomkraftwerke sollen 2029 vom Netz

Abstimmungskampf zur Atom-Ausstiegsinitiative ist lanciert

Kernkraftwerk Beznau

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  1. Atomkraftwerke sollen bis 2029 vom Netz, im November entscheidet das Volk.. Audio: Franziska Boser, Radio Pilatus AG

In der Schweiz sollen bis 2029 alle Atomkraftwerke vom Netz genommen werden. Ein Weiterbetrieb wäre zu gefährlich und zu teuer, ist die Allianz "Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie" überzeugt. Sie startete in Bern die Abstimmungskampagne.

Beznau I sei mit seinen 47 Jahren der älteste Atomreaktor der Welt und solle trotz Sicherheitsbedenken insgesamt 60 Jahre laufen. Dies sei ein riskantes Experiment mit Leib und Leben der Anwohner, das nur die Initiative stoppen könne, sagte die Co-Präsidentin der Allianz, die Grüne Nationalrätin Regula Rytz vor den Medien.

Die Initianten verlangen, dass die Schweizer Atomkraftwerke nach spätestens 45 Betriebsjahren vom Netz genommen werden. Für Beznau I und II sowie Mühleberg hiesse das, dass sie bereits im kommenden Jahr abgestellt werden müssten, für Gösgen 2024 und für Leibstadt 2029.

Das Parlament hatte in der Debatte zur Energiestrategie 2050 darauf verzichtet, im Gesetz eine Laufzeitbeschränkung festzulegen. Der Bau neuer AKW wurde zwar verboten. Aber die bestehenden Atomkraftwerke dürfen so lange am Netz bleiben, wie die Aufsichtsbehörde ENSI sie als sicher einstuft.

Eine Kernschmelze ist jederzeit auch in der Schweiz möglich

Die Grünen hatten das Volksbegehren nach der Atomkatastrophe von Fukushima von 2011 lanciert. Das Unglück in Japan habe aufgezeigt, dass eine solche Kernschmelze überall und jederzeit eintreten könne, auch in hoch industrialisierten Ländern wie in der Schweiz, sagte Rytz.

Auch sei bei einem Ausstieg die Stromversorgung nicht gefährdet wäre. Mit Strom aus erneuerbaren Energien wie Wasser, Sonne, Wind und Biomasse könne der Atomstrom effizient ersetzt werden. Die neuen Technologien hätten sich bewährt, sagte Rytz.

85'000 neue Arbeitsplätze

Bei der Annahme der Initiative erhielte die öffentliche Hand und die Unternehmen ausserdem eine Planungs- und Investitionssicherheit für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Und das sei eine "grosse Chance für die Schweizer Wirtschaft, für die KMU, die Solar- und Windkraftwerke bauen, für den Forschungsstandort Schweiz und für High-Tech-Firmen", sagte SP-Nationalrat und Gewerkschafter Corrado Pardini. Seiner Meinung nach könnten mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien in den nächsten 20 Jahren rund 85'000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der Allianz "für einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie" gehören mehr als 40 Organisationen und Verbände an. Von den grösseren Parteien unterstützen die SP, die Grünen, die Grünliberalen und die EVP das Begehren. Die Schweizer Bevölkerung stimmt am 27. November darüber ab.

 

 

 

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