Kritik: SBB-Fahrplan zu stark auf Zürich ausgerichtet

Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr verlangt Anpassungen

Gotthard Lokomotive bereit für den Einsatz

Der SBB-Gotthardfahrplan sei "zu stark auf Zürich ausgerichtet", kritisiert die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr. Dadurch würden die Regionen Basel, Solothurn, Bern und Luzern benachteiligt. Nun werden Verbesserungen verlangt.

Das Angebot und die Verbindungen der vier betroffenen Städte werde ab dem Fahrplanwechsel am elften Dezember auf Zürich verlagert und konzentriert, moniert die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV). Die SBB begründe die erste Abfahrt eines Direktzuges durch den Gotthard ab Basel erst um neun und ab Luzern um zehn Uhr mit der grösseren Anzahl Reisender ab Zürich. Das gehe so nicht. Das Prinzip, dass eine Mehrheit alles bekomme, möge zwar bei den US-Wahlen gelten, beim Bahnverkehr aber nicht. Dass am Vormittag bis elf Uhr alle Züge ab Zürich durch den Basistunnel geführt würden, sei nicht gerechtfertigt.

Der Knoten Zürich ist gemäss der IGöV bereits überlastet. Reisende aus den vier vernachlässigten Regionen müssten zudem neben dem allgemeinen Aufschlag für Billette über Zürich mehr bezahlen. Selbst wenn gemäss SBB-Modell doppelt so viele Passagiere ab Zürich zu erwarten sind, müsse mindestens einer der "Zürcher" Züge ab Basel über Luzern nach Lugano geführt werden. Zudem verlangt die IGöV, dass dieser Zug als Ersatz für den morgendlichen Eurocity weiter nach Mailand verkehrt.

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