Atomausstiegsinitiative ist gescheitert

54% des Stimmvolks sowie 18 Stände lehnten einen vorzeitigen Ausstieg ab

Kernkraftwerk Beznau

Die Atomausstiegsinitiative der Grünen ist gescheitert. 54,2% des Schweizer Stimmvolks sowie 18 Stände haben gegen den schnellen Ausstieg aus der Atomkraft gestimmt. 

Obwohl der Initiative im Vorfeld der Abstimmung eigentlich gute Chancen eingeräumt worden wurden und sie in Umfragen auf hohe Zustimmung gestossen war, hat das Volk nun mit 54,2% gegen den vorzeitigen Atomausstieg abgestimmt. Vor allem in der Deutschschweiz fiel die Initiative klar durch.Auch die Luzerner waren mit grosser Mehrheit gegen die Initiative. Während die Stadt Luzern zwar mit 52,66% Ja stimmte, lehnte der Kanton die Initiative mit 61% ab. Ja sagten nur die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, Waadt, Neuenburg, Genf und Jura. Von den Westschweizer Kantonen lehnten nur die zweisprachigen Kantone Wallis und Freiburg die Initiative ab, und dies auch nur knapp.

Atomkraftwerke bleiben am Netz - wie lange ist unklar

Da die Initiative nun abgelehnt wurde, bleiben die Atomkraftwerke in der Schweiz so lange am Netz, wie die Aufsichtsbehörde ENSI sie als unsicher einstuft. Bundesrat und Parlament haben nach Fukushima das Ende der Atomenergie beschlossen und für eine Stromzukunft ohne AKW die Energiestrategie 2050 aufgegleist. Auf einen Zeitplan hat man jedoch verzichtet. Hätten Volk und Stände Ja gesagt, hätten die Schweizer Atomkraftwerke nach einer Laufzeit von 45 Jahren abgeschaltet werden müssen. Beznau I und II sowie Mühleberg hätten bereits 2017, Gösgen 2024 und Leibstadt 2029 vom Netz gehen müssen. Die Befürworter des Referendums hatten auf das hohe Alter der Schweizer Reaktoren und das Risiko von Atomunfällen hingewiesen. Die Regierung hatte gewarnt, dass ein vorschneller Ausstieg Importe ausländischen Atom- und Kohlestroms notwendig machen würde. 

Weitere Resultate zum Abstimmungssonntag findet ihr hier.

Kommentieren

comments powered by Disqus