Luzerner Regierung lehnt Fremdsprachen-Initiative ab

Sie will weiterhin Französisch- und Englischunterricht in der Primarschule

Der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss.

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  1. Luzerner Regierung gegen Fremdsprachen-Initiative. Audio: Philipp Breit

Die Luzerner Regierung lehnt die Fremdsprachen-Initiative "Eine Fremdsprache auf der Primarstufe" ab. Sie will damit einerseits eine Benachteiligung von Luzerner Schülerinnen und Schülern und andererseits eine Insellösung verhindern.

Primarschüler im Kanton Luzern sollen auch künftig zwei Fremdsprachen lernen - Französisch und Englisch. So zumindest die Haltung der Luzerner Regierung. Sie stellt sich damit gegen die Volksinitiative "Eine Fremdsprache auf der Primarstufe". Ursprünglich hatte der Regierungsrat diese Initiative sogar für ungültig erklären wollen, weil es gegen übergeordnetes Recht verstosse. Das Kantonsparlament erklärte diese jedoch für gültig und forderte die Regierung dazu auf, Stellung zu beziehen. Wie zu erwarten, lehnt der Regierungsrat das Volksbegehren ab. Er strebe eine Harmonisierung des Schulwesens an und keine Luzerner Insellösung.

Kinder seien nicht überfordert
Eine Studie belegt, dass Kinder mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule nicht grundsätzlich überfordert seien. Im Gegenteil, das Erlernen der einen Sprache helfe bei der zweiten Fremdsprache. Der Regierungsrat bekennt sich damit zum Sprachenkonzept der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK). Dieses sieht vor, in der 3. Primar mit der ersten Fremdsprache und in der 5. Klasse mit der zweiten Fremdsprache zu beginnen. Im Kanton Luzern wird zuerst Englisch und dann Französisch unterrichtet.

Welche Fremdsprache, bei einem JA zur Initiative, in der Primarschule zuerst unterrichtet werden soll, lässt die Initiative offen. Unabhängig davon, ob Luzern sich für Englisch oder Französisch entscheiden würde, müssten für viel Geld neue Lehrmittel entwickelt werden, erklärte der Regierungsrat. Auch würden unter Umständen Weiterbildungskurse bei den Lehrern anfallen. So entstehen Mehrkosten in Millionenhöhe für die Regierung.

Die Luzerner Regierung lehnt die Volksinitiative "eine Fremdsprache auf der Primarstufe" also ab. Das Kantonsparlament befasst sich voraussichtlich im Januar 2017 mit der Initiative. Das Stimmvolk dürfte dann im Spetember nächsten Jahres entscheiden.

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