Massnahmen gege Mangel beim Pflegepersonal

Der Bundesrat will insbesondere die Berufe in der Langzeitpflege fördern

Pflege im Altersheim (Symbolbild)

Der Bundesrat reagiert auf den Mangel an gut ausgebildetem Personal in der Pflege. Er will mehr Fachkräfte für die Langzeitpflege gewinnen und das Pflegepersonal länger im Beruf halten.

Über 90 Prozent der Alters- und Pflegeheime bezeichnen ihre Rekrutierungssituation als schwierig oder sehr schwierig. Der Nachwuchs zeigt wenig Interesse an einer Karriere in der Langzeitpflege: Nur ein Fünftel der befragten jungen Fachangestellten Gesundheit (FaGe) sieht seine Zukunft dort. Die angehenden Pflegefachkräfte befürchten, dass die Karriere- und Lernchancen in der Langzeitpflege gering sind und ein späterer Wechsel in den Akutbereich kaum möglich ist. An seiner heutigen Sitzung hat der Bundesrat entschieden, das Image der Langzeitpflege zu fördern sowie Kurse für den Wiedereinstieg und konkrete Verbesserungen der Arbeitsumgebung finanziell zu unterstützen.

40'000 Personen werden in der Pflege gebraucht

Bis 2025 sind gemäss einer Analyse des Bundes in der Pflege 40'000 zusätzliche Personen nötig, 70 Prozent davon in der Langzeitpflege. Obwohl es Bund und Kantonen in den letzten Jahren gelungen ist, die Ausbildungsabschlüsse in den Pflegeberufen beträchtlich zu steigern, besteht gemäss Nationalem Versorgungsbericht für die Gesundheitsberufe 2016 weiterhin eine Lücke zwischen dem jährlichen Bedarf und den erreichten Abschlüssen. Diese Lücke ist besonders gross bei den diplomierten Pflegefachkräften auf Stufe Fachhochschule und höhere Fachschule, wo 2014 nur 43 Prozent der erforderlichen Abschlüsse erreicht wurden. Von 2010 bis 2014 kamen 40 Prozent der neu angestellten Pflegefachkräfte aus dem Ausland. Insgesamt stammt heute ein Drittel der Pflegefachkräfte aus dem Ausland.

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